Disposition

Die Disposition dient zur termingerechten Beschaffung von Waren, Materialien und Dienstleistungen, die für Geschäftsvorgänge benötigt werden. Dies können z.B. Waren sein, die auf Grund von Vertriebsaufträgen an Kunden geliefert werden oder Materialien, die zur Produktion benötigt werden.

Grundlage der Disposition sind Primärbedarfe, z.B. aus Vertriebsaufträgen, sowie Sekundär- und Tertiärbedarfe aus Produktionsaufträgen. Die primäre Aufgabe der Disposition ist daher das Versorgen von ungedeckten Bedarfen mit Deckungen.

Hinweis: Wenn Verpackungsstrukturen auf Lagerorten geführt werden, dann können auch Mehrwegpackmittel disponiert werden. Mehr dazu unter: Mehrwegpackmittel disponieren und beschaffen

Begriffserläuterungen

Begriffe

Erläuterungen

Dispositionsart

Die Dispositionsart bestimmt, nach welchen Kriterien ein Teil disponiert wird. Mögliche Kriterien sind z.B. Verbräuche oder Lagerbestände. Abhängig davon kann ein Teil z.B. verbrauchsgesteuert oder bestandsgesteuert disponiert werden.

Bestellverfahren

Das Bestellverfahren bestimmt, in welcher Häufigkeit und mit welchen Mengen ein Teil zu beschaffen ist.

Dispositionsverfahren

Die Kombination aus Dispositionsart und Bestellverfahren bestimmt das Dispositionsverfahren. Das Dispositionsverfahren eines Teils bestimmt, wann für welche Menge die Beschaffung des Teils automatisch ausgelöst wird, sodass die Bedarfe termingerecht gedeckt werden können. Das Dispositionsverfahren wird durch Dispositionsart und Bestellverfahren festgelegt. Zur Beschaffung werden im Dispositionslauf Dispositionsvorschläge automatisch generiert.

Bereich Dispositionsziel

Der Bereich des Dispositionsziels bestimmt, auf welche Weise ein Teil üblicherweise zu beschaffen ist. Mögliche Dispositionsziele sind z.B. Einkauf und Produktion. Abhängig davon kann ein Teil z.B. bei Lieferanten bestellt oder in Ihrem Unternehmen produziert werden.

Dispositionsgruppe

Eine Dispositionsgruppe fasst Disponenten (Sachbearbeiter) zusammen, die für die Disposition von Teilen zuständig sind.

Dispositionsparameter

Dispositionsparameter sind Daten, die für die Disposition der Teile herangezogen werden. In den Dispositionsparametern sind die Dispositionsverfahren der Teile hinterlegt. Zudem sind weitere Daten hinterlegt, die für die Disposition laut Dispositionsverfahren benötigt werden. Dispositionsparameter erfassen Sie im Teilestamm je Teil und Dispositionsbereich.

Dispositionsbereich

Ein Dispositionsbereich fasst Lagerorte zusammen, deren Teile auf die gleiche Weise disponiert werden. Somit ist die Zusammenfassung der Lagerorte unabhängig von räumlichen Kriterien. Auf welche Weise ein Teil in einem Dispositionsbereich disponiert wird, ist in den Dispositionsparametern des Teils hinterlegt.

Bedarf

Ein Bedarf entsteht durch die Nachfrage nach Waren oder Dienstleistungen. In proALPHA entsteht z.B. ein Bedarf, wenn ein Kunde ein Teil bei Ihrem Unternehmen bestellt und dafür ein Auftrag erfasst wird. Der Bedarf entsteht für die benötigte Menge von Teilen (Bedarfsmenge).

Deckung

Der Bedarf, der durch die Nachfrage entstanden ist, wird durch eine Deckung befriedigt. In proALPHA entsteht z.B. zu dem Bedarf aus einem Auftrag eine Deckung, wenn das benötigte Teil bei einem Lieferanten bestellt wird und dafür eine Bestellung erfasst wird.

Dispositionskonto

Im Dispositionskonto sehen Sie die Bedarfe und Deckungen eines Teils. Zusätzlich werden weitere Informationen angezeigt, die für die Disposition des Teils hilfreich sind. Dazu zählen u.a. Bestandsmengen, reservierte Bestandsmengen sowie Wiederbeschaffungszeiten.

Belegbezug

Verbindung zwischen Belegen, die einem Geschäftsvorgang angehören. Der Belegbezug wird in der Regel automatisch hergestellt. In einigen Fällen kann es erforderlich sein, den Belegbezug zwischen Bedarfsbelegen und Deckungsbelegen manuell herzustellen. Den Belegbezug können Sie in der Belegverknüpfung nachvollziehen.

Verwendungsprüfung

Die Verwendungsprüfung verbindet Bedarfe und Deckungen eines Teils, die termin- und mengenmäßig zueinander "passen". Bedarfe, zu denen eine Verwendungsprüfung keine passende Deckung findet, greift die Disposition im Dispositionslauf auf und deckt sie durch Dispositionsvorschläge.

Verfügbarkeitsstatus

Anhand des Verfügbarkeitsstatus sehen Sie u.a., ob der Bedarf eines Teils termingerecht gedeckt wird. So werden anhand des Verfügbarkeitsstatus auch Fehlteile gekennzeichnet.

Bedarfsverwendung

In der Bedarfsverwendung sehen Sie die Verbindungen zwischen den Bedarfen und Deckungen eines Teils (Bedarfsdeckungsbindungen). So sehen Sie z.B., ob und wie ein Bedarf aus einem Auftrag gedeckt ist. Zusätzlich werden weitere Informationen angezeigt, die für die Disposition des Teils hilfreich sind.

Reservierungsstatus

Der Reservierungsstatus gibt Auskunft über die Art der Verbindung, die zwischen einem Bedarf und einer damit verbundenen Deckung besteht. So kennzeichnet z.B. der Reservierungsstatus "belegbezogen" Deckungen, die belegbezogen mit einem Bedarf verrechnet werden.

Strukturverwendung

In der Strukturverwendung sehen Sie zu der Deckung eines Teils den strukturellen Zusammenhang der zu Grunde liegenden Bedarfe und Deckungen. So ist ersichtlich, für welche Bedarfe eine Deckung direkt und indirekt verwendet wird. Dazu werden in der Strukturverwendung die wichtigsten Daten aus dem Dispositionskonto und der Bedarfsverwendung des Teils zusammengeführt.

Dispositionslauf

Im Dispositionslauf werden Dispositionsvorschläge oder Werksbestellungen zur Beschaffung der Teile automatisch generiert. So wird z.B. bei der bedarfsgesteuerten Disposition ein Dispositionsvorschlag generiert, wenn zu dem Teil ein Bedarfsüberschuss existiert.

Dispositionsvorschlag

Ein Dispositionsvorschlag dient zur Beschaffung eines Teils innerhalb eines Dispositionsbereichs, wenn der Bedarf nicht gedeckt ist, z.B. durch den Lagerbestand oder eine Bestellung. Der zur Beschaffung benötigte Beleg kann direkt aus dem Dispositionsvorschlag generiert werden. Dafür sind in dem Dispositionsvorschlag u.a. Bedarfstermin und Bedarfsmenge hinterlegt.

Werksbestellung

Eine Werksbestellung dient zur werksübergreifenden Disposition und Beschaffung eines Teils. So kann ein Teil, das in einem Dispositionsbereich benötigt wird, in einem anderen Dispositionsbereich beschafft werden. Durch die Werksbestellung wird der Bedarf in den Dispositionsbereich verlagert, in dem das Teil beschafft wird.

Manuelle Bedarfsanforderungen

Eine manuelle Bedarfsanforderung dient zur Erfassung des internen Bedarfs eines Teils, dem kein Kundenauftrag zu Grunde liegt, wie z.B. Büromaterial.

Bearbeitungstabelle

Die Bearbeitungstabelle unterstützt einen Disponenten (Sachbearbeiter) bei der Disposition der Teile, für die er als Disponent verantwortlich ist. In der Bearbeitungstabelle werden die Teile aufgelistet, zu denen dispositionsrelevante Daten vorliegen.

Dispositionsverfahren

Anhand von Dispositionsart und Bestellverfahren bestimmen Sie das Dispositionsverfahren eines Teils. Folgende Kombinationen werden unterschieden:

Dispositionsarten

Bestellverfahren

Themen

bedarfsgesteuert

Bestellpunkt/Menge konstant

Bestellpunkt/Menge variabel

Bestellrhythmus

Bedarfsgesteuerte Disposition

verbrauchsgesteuert

Bestellpunkt/Menge konstant

Bestellpunkt/Menge variabel

Bestellrhythmus

Verbrauchsgesteuerte Disposition

bestandsgesteuert

Bestellpunkt/Menge konstant

Bestellpunkt/Menge variabel

Bestandsgesteuerte Disposition

belegbezogen

Bestellpunkt/Menge variabel

Belegbezogene Disposition

programmplangesteuert

Bestellpunkt/Menge konstant

Bestellpunkt/Menge variabel

Bestellrhythmus

Programmplangesteuerte Disposition

ohne Dispo

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Disposition überwachen

Probleme, die bei der Disposition auftreten, wie z.B. Unterdeckungen, können Sie überwachen. Dazu sind in der WorkflowAutomation für die Disposition verschiedene Ereignisse und Vorgänge vordefiniert.

Hinweis: Im Fenster Bedarfsverwendung bearbeiten erhalten Sie einen Überblick darüber, zu welchen Teilen welche Deckungsprobleme wie oft aufgetreten sind.