Beistellungen

Für die Abwicklung verschiedener Geschäftsvorgänge, u.a. von Bestellungen, werden Ihren Lieferanten Beistellteile zur Verfügung gestellt, z.B. zum Einbau in die bestellten Teile. Die Bereitstellung wird anhand verschiedener Compilerkonstanten konfiguriert. Basierend auf der Konfiguration der Compilerkonstanten sind verschiedene Kombinationen möglich, sodass unternehmensspezifische Gegebenheiten abbildbar sind.

Arten von Beistellungen

Arten

Erläuterungen

Kaufteile mit Beistellung

Einem Lieferanten werden Beistellteile für eine Bestellung zur Verfügung gestellt, damit er sie z.B. in ein bestelltes Teil einbauen kann.

Anhand der Compilerkonstante pa_M_ProvidedParts_52 ist konfiguriert, wie Beistellteile für Lieferanten bereitgestellt werden. So werden je nach Konfiguration folgende Verfahrensweisen unterschieden:

  • Kaufteile mit Beistellung (ohne Werksbestellungen)

    Die Bestückung des Konsignationslagers erfolgt durch Umlagerung mit Lieferschein an Lager (Konfiguration: 0).

    Thema: Beistellung im Einkauf

  • Kaufteile mit Beistellung (mit Werksbestellungen)

    Bei Verwendung mehrerer Dispositionsbereiche erfolgt die Bestückung des Konsignationslagers durch Werksbestellungen (Konfiguration: 1).

    Thema: Kaufteile mit Beistellung (mit Werksbestellungen)

Fremdarbeit mit Beistellung

Einem Lieferanten werden Beistellteile auf Grund eines Produktionsauftrags zur Verfügung gestellt, damit er mit diesen Teilen eine Fremdleistung für Ihr Unternehmen ausführen kann.

Fremdarbeit mit Fremdbeistellung

Ein Lieferant verwendet eigene Beistellteile zur Ausführung einer Fremdleistung auf Grund eines Produktionsauftrags.

Fremdarbeit mit Beistellung der zu reparierenden Teile

Im Rahmen des Inhouse Services werden einem Lieferanten die zu reparierenden Teile bereitgestellt. Der Lieferant führt die Reparatur der Teile als fremde Serviceleistung durch.

Thema: Reparatur durch den Hersteller

Bereitstellung von Beistellteilen konzipieren

Anhand der Compilerkonstante pa_MD_Lagergruppe ist konfiguriert, ob in Ihrem Unternehmen ein Dispositionsbereich oder mehrere Dispositionsbereiche geführt werden.

Anhand der Compilerkonstante pa_M_ProvidedParts_52 ist konfiguriert, wie Beistellteile für Lieferanten bereitgestellt werden.

Wenn in Ihrem Unternehmen nur ein Dispositionsbereich geführt wird (pa_MD_Lagergruppe auf "0"), dann wird für die Compilerkonstante pa_M_ProvidedParts_52 die Einstellung "0" empfohlen.

Wenn in Ihrem Unternehmen mehrere Dispositionsbereiche geführt werden (pa_MD_Lagergruppe auf "1"), dann wird anhand der Compilerkonstante pa_M_ProvidedParts_52 konfiguriert, ob Beistellteile über Lieferscheine an Lager oder Werksbestellungen bereitgestellt werden.

Je nach Kombination der Compilerkonstanten wird wie folgt unterschieden:

Kombinationen

pa_MD_Lagergruppe

pa_M_ProvidedParts_52

Themen

Erste Kombination

0 (ein Dispositionsbereich)

0 (Bestückung des Konsignationslagers über Lieferscheine an Lager)

Erste Kombination: Konfiguration "0/0"

Zweite Kombination: Konfiguration "0/1"

Zweite Kombination

0 (ein Dispositionsbereich)

1 (Bestückung des Konsignationslagers über Werksbestellungen)

Dritte Kombination

1 (mehrere Dispositionsbereiche)

0 (Bestückung des Konsignationslagers über Lieferscheine an Lager)

Dritte Kombination: Konfiguration "1/0"

Vierte Kombination

1 (mehrere Dispositionsbereiche)

1 (Bestückung des Konsignationslagers über Werksbestellungen)

Vierte Kombination: Konfiguration "1/1"

Erste Kombination: Konfiguration "0/0"

Kombination

pa_MD_Lagergruppe: 0 (ein Dispositionsbereich)

pa_M_ProvidedParts_52: 0 (Bestückung des Konsignationslagers über Lieferscheine an Lager)

Oberfläche

In Teile-Lieferanten-Beziehungen stehen die Felder kommbez Beist und Lagerort zur Verfügung.

In Bestellungen stehen die Menüpunkte Extras | LS an Lager gen (Komplettbeistellung) und Extras | LS an Lager gen (Teilbeistellung) zur Verfügung.

In Beistellpositionen steht das Feld Lagerort zur Verfügung.

Bedeutung

Beistellungen erfolgen innerhalb eines Dispositionsbereichs auf das Konsignationslager des Lieferanten. Das bedeutet: Abgangslagerort und Konsignationslager gehören demselben Dispositionsbereich an.

Beistellungen können kommissionsbezogen erfolgen oder nicht kommissionsbezogen.

Die Bereitstellung auf dem Konsignationslager erfolgt durch Umlagerungen mit Lieferschein an Lager.

Kommissionsbezogene Beistellung

Bei einer kommissionsbezogenen Beistellung wird das Beistellteil gezielt für eine Bestellung auf das Konsignationslager umgelagert.

Voraussetzung: In der Beistellposition ist der Lagerort hinterlegt, von dem das Beistellteil entnommen (Abgangslagerort) und auf das Konsignationslager umgelagert wird.

Der Bedarf für das Beistellteil entsteht auf dem Abgangslagerort. Somit erfolgt die Beschaffung des Beistellteils für den Abgangslagerort.

Den für die Umlagerung benötigten Lieferschein an Lager erfassen Sie direkt für die Bestellung. Sie können:

  • Den Lieferschein an Lager aus der Bestellung generieren

    Umlagerung der kompletten Beistellmenge (Menüpunkt Extras | LS an Lager gen (Komplettbeistellung))

    Umlagerung einer Teilmenge (Menüpunkt Extras | LS an Lager gen (Teilbeistellung))

  • Den Lieferschein an Lager durch die Belegübernahme der Beistellposition aus der Bestellung erfassen

    Dazu öffnen Sie das Erfassungsfenster Lieferschein an Lager im Einkauf. Den Belegkopf des Lieferscheins erfassen Sie manuell. Im Belegkopf hinterlegen Sie das Konsignationslager als Ziellagerort. Anschließend übernehmen Sie die Beistellposition aus der betreffenden Bestellung als Lieferscheinposition (Menüpunkt Extras | Belegübernahme). Dabei ist auch eine Teilübernahme oder Mehrübernahme zulässig.

Themen:

Nicht kommissionsbezogene Beistellung

Bei einer nicht kommissionsbezogenen Beistellung wird das Beistellteil nicht gezielt für eine Bestellung umgelagert.

Voraussetzung: In der Beistellposition ist ein Fragezeichen (?) als Lagerort hinterlegt.

Der Bedarf für das Beistellteil entsteht auf dem Konsignationslager. Somit erfolgt die Beschaffung des Beistellteils für das Konsignationslager.

Die Beschaffung und Bereitstellung kann über die Disposition erfolgen, z.B. durch die bestandsgesteuerte Disposition. Wie die Beschaffung tatsächlich erfolgt, bestimmen Sie in den Dispositionsparametern des Beistellteils.

Zudem kann das Beistellteil über systematische Umlagerungen auf dem Konsignationslager bereitgestellt werden.

Zweite Kombination: Konfiguration "0/1"

Kombination

pa_MD_Lagergruppe: 0 (ein Dispositionsbereich)

pa_M_ProvidedParts_52: 1 (Bestückung des Konsignationslagers über Werksbestellungen)

Hinweis: Solange nur ein Dispositionsbereich angelegt ist, gilt das Verhalten laut Konfiguration "0" (Bestückung des Konsignationslagers über Lieferscheine an Lager). Dies trifft auch dann zu, wenn z.B. zwei Dispositionsbereiche angelegt sind und ein Dispositionsbereich archiviert oder gelöscht wurde.

Oberfläche

In Teile-Lieferanten-Beziehungen stehen die Felder kommbez Beist und Lagerort nicht zur Verfügung.

In Bestellungen stehen die Menüpunkte Extras | LS an Lager gen (Komplettbeistellung) und Extras | LS an Lager gen (Teilbeistellung) nicht zur Verfügung.

Ausnahme: Für Reparaturbestellungen steht der Menüpunkt LS an Lager gen (Komplettbeistellung) zur Verfügung.

In Beistellpositionen steht das Feld Lagerort nicht zur Verfügung.

Bedeutung

Beistellungen erfolgen innerhalb eines Dispositionsbereichs auf das Konsignationslager des Lieferanten. Das bedeutet: Abgangslagerort und Konsignationslager gehören demselben Dispositionsbereich an.

Die Beistellung erfolgt nicht kommissionsbezogen.

Beistellung innerhalb eines Dispositionsbereichs

Der Bedarf für das Beistellteil entsteht auf dem Konsignationslager. Somit erfolgt die Beschaffung des Beistellteils für das Konsignationslager.

Die Beschaffung und Bereitstellung kann über die Disposition erfolgen, z.B. durch die bestandsgesteuerte Disposition. Wie die Beschaffung tatsächlich erfolgt, bestimmen Sie in den Dispositionsparametern des Beistellteils.

Zudem kann das Beistellteil über systematische Umlagerungen auf dem Konsignationslager bereitgestellt werden.

Dritte Kombination: Konfiguration "1/0"

Kombination

pa_MD_Lagergruppe: 1 (mehrere Dispositionsbereiche)

pa_M_ProvidedParts_52: 0 (Bestückung des Konsignationslagers über Lieferscheine an Lager)

Oberfläche

In Teile-Lieferanten-Beziehungen stehen die Felder kommbez Beist und Lagerort zur Verfügung.

In Bestellungen stehen die Menüpunkte Extras | LS an Lager gen (Komplettbeistellung) und Extras | LS an Lager gen (Teilbeistellung) zur Verfügung.

In Beistellpositionen steht das Feld Lagerort zur Verfügung.

Bedeutung

Beistellungen können innerhalb eines Dispositionsbereichs auf das Konsignationslager des Lieferanten erfolgen oder dispositionsbereichsübergreifend.

Beistellungen können kommissionsbezogen erfolgen oder nicht kommissionsbezogen.

Die Bereitstellung auf dem Konsignationslager erfolgt durch Umlagerungen mit Lieferschein an Lager.

Kommissionsbezogene Beistellung

Bei einer kommissionsbezogenen Beistellung wird das Beistellteil gezielt für eine Bestellung auf das Konsignationslager umgelagert.

Voraussetzung: In der Beistellposition ist der Lagerort hinterlegt, von dem das Beistellteil entnommen (Abgangslagerort) und auf das Konsignationslager umgelagert wird.

Der Bedarf für das Beistellteil entsteht auf dem Abgangslagerort. Somit erfolgt die Beschaffung des Beistellteils für den Abgangslagerort.

Den für die Umlagerung benötigten Lieferschein an Lager erfassen Sie direkt für die Bestellung. Sie können:

  • Den Lieferschein an Lager aus der Bestellung generieren

    Umlagerung der kompletten Beistellmenge (Menüpunkt Extras | LS an Lager gen (Komplettbeistellung))

    Umlagerung einer Teilmenge (Menüpunkt Extras | LS an Lager gen (Teilbeistellung))

  • Den Lieferschein an Lager durch die Belegübernahme der Beistellposition aus der Bestellung erfassen

    Dazu öffnen Sie das Erfassungsfenster Lieferschein an Lager im Einkauf. Den Belegkopf des Lieferscheins erfassen Sie manuell. Im Belegkopf hinterlegen Sie das Konsignationslager als Ziellagerort. Anschließend übernehmen Sie die Beistellposition aus der betreffenden Bestellung als Lieferscheinposition (Menüpunkt Extras | Belegübernahme). Dabei ist auch eine Teilübernahme oder Mehrübernahme zulässig.

Themen:

Nicht kommissionsbezogene Beistellung

Bei einer nicht kommissionsbezogenen Beistellung wird das Beistellteil nicht gezielt für eine Bestellung umgelagert.

Voraussetzung: In der Beistellposition ist ein Fragezeichen (?) als Lagerort hinterlegt.

Der Bedarf für das Beistellteil entsteht auf dem Konsignationslager. Somit erfolgt die Beschaffung des Beistellteils für das Konsignationslager.

Die Beschaffung und Bereitstellung kann über die Disposition erfolgen, z.B. durch die bestandsgesteuerte Disposition. Wie die Beschaffung tatsächlich erfolgt, bestimmen Sie in den Dispositionsparametern des Beistellteils. Wenn Abgangslagerort und Konsignationslager unterschiedlichen Dispositionsbereichen angehören, dann kann die Beschaffung z.B. auch über eine Werksbestellung erfolgen.

Zudem kann das Beistellteil über systematische Umlagerungen auf dem Konsignationslager bereitgestellt werden.

Vierte Kombination: Konfiguration "1/1"

Kombination

pa_MD_Lagergruppe: 1 (mehrere Dispositionsbereiche)

pa_M_ProvidedParts_52: 1 (Bestückung des Konsignationslagers über Werksbestellungen)

Hinweis: Solange nur ein Dispositionsbereich angelegt ist, gilt das Verhalten laut Konfiguration "0" (Bestückung des Konsignationslagers über Lieferscheine an Lager). Dies trifft auch dann zu, wenn z.B. zwei Dispositionsbereiche angelegt sind und ein Dispositionsbereich archiviert oder gelöscht wurde.

Oberfläche

In Teile-Lieferanten-Beziehungen stehen die Felder kommbez Beist und Lagerort nicht zur Verfügung.

In Bestellungen stehen die Menüpunkte Extras | LS an Lager gen (Komplettbeistellung) und Extras | LS an Lager gen (Teilbeistellung) nicht zur Verfügung.

Ausnahme: Für Reparaturbestellungen steht der Menüpunkt LS an Lager gen (Komplettbeistellung) zur Verfügung.

In Beistellpositionen steht das Feld Lagerort nicht zur Verfügung.

Bedeutung

Beistellungen auf das Konsignationslager des Lieferanten können wie folgt erfolgen:

  • Dispositionsbereichsübergreifend

    Das bedeutet: Abgangslagerort und Konsignationslager gehören unterschiedlichen Dispositionsbereichen an.

    Die Beistellung erfolgt über eine Werksbestellung.

  • Innerhalb eines Dispositionsbereichs

    Das bedeutet: Abgangslagerort und Konsignationslager gehören demselben Dispositionsbereich an.

In beiden Fällen erfolgt die Beistellung nicht kommissionsbezogen.

Dispositionsübergreifende Beistellung

Der Bedarf für das Beistellteil entsteht auf dem Konsignationslager. Somit erfolgt die Beschaffung des Beistellteils für das Konsignationslager.

Zur Beschaffung des Beistellteils wird eine Werksbestellung generiert.

Die Werksbestellung wird in der Disposition des Dispositionsbereichs generiert, dem das Konsignationslager angehört. In diesem Dispositionsbereich wird der Bedarf durch die Werksbestellung gedeckt (Herkunftsbelegart "WBD").

In dem Dispositionsbereich des Abgangslagerorts entsteht durch die Werksbestellung ein Bedarf (Herkunftsbelegart "WBB"). Der Abgangslagerort wird beim Generieren der Werksbestellung ermittelt. Je nach Dispositionsziel kann dies z.B. das Basislager des Beistellteils sein.

Nachdem das Beistellteil beschafft wurde, wird dieses auf das Konsignationslager umgelagert. Den dafür benötigten Lieferschein an Lager erfassen Sie direkt für die Werksbestellung. Sie können:

  • Den Lieferschein an Lager aus der Werksbestellung generieren

    Voraussetzung: Die Werksbestellung wurde nicht kommissioniert. Wenn die Werksbestellung bereits kommissioniert wurde, dann wird der Lieferschein an Lager beim Verbuchen des Kommissioniervorschlags generiert.

  • Die Generierung des Lieferscheins an Lager im Fenster Lieferung Beistellteile Einkauf starten

    Voraussetzung: Zu der Beistellposition existiert keine Werksbestellung, die kommissioniert wurde.

    Thema: Kaufteile mit Beistellung (mit Werksbestellungen)

  • Die Generierung des Lieferscheins an Lager im Fenster Lieferung Beistellteile Fremdleistung starten

    Voraussetzung: Zu der Beistellposition existiert keine Werksbestellung, die kommissioniert wurde.

Beistellung innerhalb eines Dispositionsbereichs

Der Bedarf für das Beistellteil entsteht auf dem Konsignationslager. Somit erfolgt die Beschaffung des Beistellteils für das Konsignationslager.

Die Beschaffung und Bereitstellung kann über die Disposition erfolgen, z.B. durch die bestandsgesteuerte Disposition. Wie die Beschaffung tatsächlich erfolgt, bestimmen Sie in den Dispositionsparametern des Beistellteils.

Zudem kann das Beistellteil über systematische Umlagerungen auf dem Konsignationslager bereitgestellt werden.

Administration

Objekte

Bedeutung

pa_M_ProvidedParts_52

Verfahrensweise für die Bestückung des Konsignationslagers zur Bereitstellung von Beistellteilen für Bestellungen und Produktionsaufträge