Intrahandelsstatistik

Für den grenzüberschreitenden Warenverkehr zwischen EU-Mitgliedstaaten sind monatliche Meldungen zur Intrahandelsstatistik zu erstellen und abzugeben.

proALPHA unterstützt Sie bei der Erstellung der Meldungen für Warenversendungen und Wareneingänge. Zur Erstellung der Meldungen werden Intradatensätze generiert. Beim Generieren der Intradatensätze werden die Daten ermittelt, die für die Intrahandelsstatistik zu melden sind. Die Daten werden auf Grund der in proALPHA erfassten Belege ermittelt und in die Intradatensätze übernommen. Durch die Ausgabe der Meldungen werden die Daten der Intradatensätze in Dateien gespeichert. Die Meldungen können Sie auf elektronischem Weg übermitteln, z.B. online.

Auch in der zusammenfassenden Meldung (ZM) werden Daten aus innergemeinschaftlichen Lieferungen gemeldet. Das bedeutet, dass in der Intrahandelsstatistik und in der ZM identische/vergleichbare Sachverhalte gemeldet werden. Aus verschiedenen Gründen können Differenzen zwischen Intrahandelsstatistik und ZM auftreten. Zur Klärung solcher Differenzen können Sie in der ZM einen Vergleich zwischen Intrahandelsstatistik und ZM einsehen.

Intrahandelsstatistik konzipieren

Den nachfolgenden Erläuterungen liegt folgendes Beispiel zu Grunde: Die eigene Firma ist in Deutschland ansässig. Somit ist die Intrahandelsstatistik für Deutschland zu erstellen. Zudem arbeitet die Firma mit einer französischen Umsatzsteuer-ID. Die Geschäftsvorfälle mit der französischen Umsatzsteuer-ID sind in Frankreich meldepflichtig. Die eigene Firma muss auch eine Intrahandelsstatistik für Frankreich erstellen.

Für welche Länder die Intrahandelsstatistik grundsätzlich erstellt wird, bestimmen Sie im Firmenstamm. Im Firmenstamm definieren Sie dazu die Behördenkommunikation je Steuergebiet (Land), für das eine Intrahandelsstatistik erforderlich ist. Steuergebiete, für die eine Intrahandelsstatistik erstellt werden kann, sind: AT, DE, FR, HU, IT, NL und PL.

proALPHA Funktionen, die nur für bestimmte Staaten relevant sind, werden in einer Konfigurationstabelle als lokale Funktionen geführt. Dazu zählen auch die Funktionen zur Erstellung der Meldungen für die Intrahandelsstatistik. Daher müssen die benötigten lokalen Funktionen zu der Staatengemeinschaft EU hinterlegt sein.

Je nach Steuergebiet sind unterschiedliche Daten für die Intrahandelsstatistik relevant. Dazu erfassen Sie die jeweiligen Stammdaten. Für die Intrahandelsstatistik gibt es u.a. folgende Stammdaten:

  • Statistische Warennummern

    Je statistischer Warennummer können Sie Warennummern pro Steuergebiet erfassen. Anwendungsbeispiel: Ein schweizer Unternehmen arbeitet mit einer deutschen Umsatzsteuer-ID. Lieferungen aus Deutschland in ein anderes EU-Land (z.B. Frankreich) sollen in die deutsche Intrahandelsstatistik mit der korrekten statistischen Warennummer einfließen. Dies ist nicht die schweizer Warennummer, sondern die Warennummer, die dem einheitlichen EU-Format entspricht. Diese Warennummer hinterlegen Sie zum Steuergebiet "DE".

  • Geschäftsarten

  • Bundesländer

    Die Bundesländer werden als Ursprungsregion bzw. Bestimmungsregion in der Intrahandelsstatistik für das Steuergebiet herangezogen, das dem jeweiligen Staat entspricht. Wenn ein Mandant in mehreren Steuergebieten meldepflichtig ist, dann sollten die Bundesländer bei den betreffenden Staaten hinterlegt sein. So wird sicher gestellt, dass die Ursprungsregion bzw. Bestimmungsregion beim Generieren der Meldedaten ermittelt werden kann.

  • Besteuerungsoptionen

    In den Besteuerungsoptionen sind die Schlüssel, die die Ursprungsregion bzw. Bestimmungsregion Ausland identifizieren, hinterlegt.

Weitere Daten sind anhand von Anwendungsparametern konfiguriert. So gibt es u.a. spezielle Anwendungsparameter für die österreichische Intrahandelsstatistik.

Beim Generieren der Intradatensätze werden die dafür benötigten Daten ermittelt. Wenn Sie die Generierung z.B. für das Steuergebiet "AT" starten, dann werden Intradatensätze für die Intrahandelsstatistik Österreich generiert.

Bestimmungsland und Versendungsland ermitteln

Ob ein grenzüberschreitender Warenverkehr stattgefunden hat, ist vom Bestimmungs- und Versendungsland in den betreffenden Belegen abhängig.

In Vertriebs- und Einkaufsbelegen wird das Versendungsland im Feld Steuergebiet Abg ermittelt, z.B. EU,DE. Das Bestimmungsland wird im Feld Steuergebiet Ziel ermittelt, z.B. EU,AT.

Für interne Lieferscheine und Lieferscheine an Lager gilt: Das Versendungsland wird aus der Adresse des Lagerorts der Belegposition ermittelt. Das Bestimmungsland wird aus der Adresse des Ziellagerorts ermittelt.

Intrahandelsstatistik (Versendung)

Im Fenster Intrahandelsstatistik wählen Sie das Steuergebiet aus, für das Sie die Meldung erstellen. Zur Auswahl stehen die Steuergebiete, zu denen im Firmenstamm die Daten für Behördenkommunikation hinterlegt sind. Entsprechend dem Steuergebiet werden folgende Felder belegt:

  • Materialnummer Versendung und Materialnummer Eingang

    Die Materialnummern sind im Firmenstamm zum Steuergebiet hinterlegt (Fenster Behördenkommunikation).

  • Steuernummer

    Die Steuernummer ist im Firmenstamm zum Steuergebiet hinterlegt (Fenster Behördenkommunikation).

  • Umsatzsteuer-ID

    Die Umsatzsteuer-ID ist im Firmenstamm hinterlegt (Fenster Umsatzsteuer-Identifikationsnummern). Ermittelt wird die Default-Umsatzsteuer-ID, die mit dem ISO-Alpha2-Code des Steuergebiets beginnt.

Die Meldungen zur Intrahandelsstatistik werden im Vertrieb erstellt. Für die Meldungen ermittelt proALPHA die Daten bei der Generierung der Intradatensätze aus den dafür relevanten Belegen.

Für die Intrahandelsstatistik (Versendung) sind die Belege relevant, auf Grund deren Warenversendungen stattgefunden haben und berechnet wurden.

Module

Belege

Erläuterungen

Vertrieb

Rechnungen, Teilrechnungen, Schlussrechnungen

Rechnungen für Reparaturen

Materialien, die im Rahmen von Reparaturen eingebaut wurden, sind von den Meldungen zur Intrahandelsstatistik befreit. Daher werden für Materialpositionen, die von Reparaturserviceaufträgen in Rechnungen übernommen wurden, keine Intradaten generiert.

Meldepflichtige Proforma-Rechnungen

Ob eine Proforma-Rechnung meldepflichtig ist, bestimmen Sie mit dem Kontrollkästchen Meldepflicht.

Materialwirtschaft

Meldepflichtige Lieferscheine an Lager und meldepflichtige interne Lieferscheine

Ob ein Lieferschein an Lager oder ein interner Lieferschein meldepflichtig ist, bestimmen Sie mit dem Kontrollkästchen meldepflichtig.

Lieferscheine für Kaufteile mit Beistellung

Im Rahmen von Bestellungen (auch Werksbestellungen) können Sie Lieferanten im EU-Ausland Teile bereitstellen, damit sie durch die Lieferanten z.B. in die bestellten Teile eingebaut werden. Die Bereitstellung erfolgt durch Lieferscheine an Lager (Umlagerungen). Lieferscheine an Lager für Umlagerungen in das EU-Ausland werden bei der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Versendung) berücksichtigt. Dazu muss der Lieferschein meldepflichtig sein.

Wenn die bestellten Teile mit den verarbeiteten Beistellteilen von dem Lieferanten an Sie geliefert werden, dann werden diese Lieferungen bei der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Eingang) berücksichtigt. Die Meldung erfolgt auf Grund der Daten des Wareneingangsbelegs oder des Rechnungskontrollbelegs.

Lieferscheine für Fremdarbeit mit Beistellung

Im Rahmen von Produktionsaufträgen können Sie für Fremdleistungsaktivitäten, die von Firmen (Lieferanten) im EU-Ausland durchgeführt werden, Teile bereitstellen. Die Bereitstellung erfolgt durch Lieferscheine an Lager (Umlagerung). Lieferscheine an Lager für Umlagerungen in das EU-Ausland werden bei der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Versendung) berücksichtigt. Dazu muss der Lieferschein meldepflichtig sein.

Wenn die verarbeiteten Beistellteile von dem Lieferanten an Sie geliefert werden, dann werden diese Lieferungen bei der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Eingang) berücksichtigt. Die Meldung erfolgt auf Grund der Daten des Wareneingangsbelegs oder des Rechnungskontrollbelegs. Bei einem Rechnungskontrollbeleg oder einem Wareneingangsbeleg für eine Fremdleistungsaktivität mit Beistellung wird der Wert der Beistellteile dem statistischen Wert der Fremdleistungsaktivität hinzugefügt.

Lieferscheine für Umlagerungen

Auf Grund eines Bedarfs können Sie Teile für Kunden bereitstellen. So können Sie z.B. Teile auf Grund eines Abrufauftrags auf dem Konsignationslager des Kunden zur Entnahme bereitstellen (Umlagerung). Umlagerungen in das EU-Ausland werden bei der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Versendung) berücksichtigt. Dazu gibt es zwei Vorgehensweisen:

  • Die Meldung erfolgt auf Grund der Daten des Lieferscheins an Lager oder internen Lieferscheins, mit dem die Teile umgelagert wurden. Dazu muss der Lieferschein meldepflichtig sein.

  • Die Meldung erfolgt auf Grund der Daten der Proforma-Rechnung, die für den Geschäftsvorgang erfasst wurde. Dazu muss die Proforma-Rechnung meldepflichtig sein.

Wenn zu einer Umlagerung sowohl ein Lieferschein als auch eine Proforma-Rechnung erfasst wird, dann darf nur einer dieser Belege meldepflichtig sein. Sind beide Belege meldepflichtig, so werden Intradatensätze zu beiden Belegen generiert. Somit würden die Daten zu einer Umlagerung doppelt gemeldet.

Lieferscheine an Lager für innergemeinschaftliche Verbringungen

Zu Umlagerungen im Rahmen von innergemeinschaftlichen Verbringungen werden sowohl Lieferscheine als auch Proforma-Rechnungen erfasst. Bei solchen Geschäftsvorgängen ist jeweils nur der Lieferschein meldepflichtig. Die Proforma-Rechnungen dürfen nicht meldepflichtig sein.

Einkauf

Rücklieferungsbelege

Rücklieferungsbelege werden für die Intrahandelsstatistik (Versendung) herangezogen. Dies ist unabhängig davon, ob die Ware tatsächlich an den Lieferanten zurückgeliefert wird oder nicht. Jedoch werden die Intradatensätze anhand von Geschäftsarten unterschieden.

Erläuterungen zu den Geschäftsarten

Je Belegposition eines Rücklieferungsbelegs hinterlegen Sie mit dem Kontrollkästchen Ware zurück/Intra, ob die Ware tatsächlich an den Lieferanten zurückgeliefert wird. Die Einstellung des Kontrollkästchens bestimmt, welche Geschäftsart in dem Intradatensatz für die Ersatzlieferung vorgeschlagen wird.

Anwendungsfälle

Geschäftsarten in den Intradatensätzen

Die Ware wird zurückgeliefert.

In den Intradatensatz wird die Geschäftsart übernommen, die für Austauschlieferungen vorgesehen ist (aktives Kontrollkästchen Austauschlieferung in den Stammdaten der Geschäftsarten).

Die Ware wird nicht zurückgeliefert.

In den Intradatensatz wird die Geschäftsart übernommen, die für Ersatzlieferungen vorgesehen ist (aktives Kontrollkästchen Ersatzlieferung in den Stammdaten der Geschäftsarten).

Ob der Lieferant die Ware ersetzt und somit an Ihr Unternehmen liefert, hinterlegen Sie im Rücklieferungsbeleg anhand des Kontrollkästchens Ware liefern. Der zugehörige Wareneingangsbeleg wird für die Intrahandelsstatistik (Eingang) herangezogen.

Besonderheiten zu den Meldungen

Rücklieferungsbelege werden nur dann für die Intrahandelsstatistik (Versendung) herangezogen, wenn in Ihrer proALPHA Installation die Intrahandelsstatistik (Eingang) eingerichtet ist. Die Intradatensätze zu Rücklieferungsbelegen stehen im Vertrieb in der Tabelle der Intradatensätze zur Intrahandelsstatistik (Versendung) zur Verfügung. Dort können Sie die Intradatensätze einsehen, bearbeiten und für die Meldung zur Intrahandelsstatistik (Versendung) ausgeben.

Wenn in Ihrer proALPHA Installation die Intrahandelsstatistik (Versendung) nicht eingerichtet ist, dann stehen die Intradatensätze in der Tabelle der Intradatensätze zur Intrahandelsstatistik (Eingang) zur Verfügung. Bei der Ausgabe der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Eingang) werden die Intradatensätze automatisch geprüft, wobei Intradatensätze für Rücklieferungsbelege als fehlerhaft eingestuft werden. Solche Intradatensätze kennzeichnen Sie als nicht meldepflichtig. Solche Intradatensätze melden Sie online.

Rechnungskontrollbelege für Belastungsanzeigen

Rechnungskontrollbelege für Belastungsanzeigen werden für die Intrahandelsstatistik (Versendung) herangezogen, sofern die Waren tatsächlich an die Lieferanten zurückgeliefert wurden. Ob die Ware eines Rechnungskontrollbelegs tatsächlich zurückgeliefert wurde, ist in der zu Grunde liegenden Belastungsanzeige hinterlegt.

Erläuterungen zu Belastungsanzeigen

Je Belegposition einer Belastungsanzeige hinterlegen Sie mit dem Kontrollkästchen Ware zurück/Intra, ob die Ware zurückgeliefert wurde und somit für die Intrahandelsstatistik relevant ist. Die Einstellung des Kontrollkästchens bestimmt, ob für den Rechnungskontrollbeleg zur Belastungsanzeige ein Intradatensatz generiert wird.

Anwendungsfälle

Auswirkungen

Die Ware wurde zurückgeliefert.

Für den Rechnungskontrollbeleg zur Belastungsanzeige wird ein Intradatensatz generiert.

Die Ware wurde nicht zurückgeliefert.

Für den Rechnungskontrollbeleg zur Belastungsanzeige wird kein Intradatensatz generiert.

Besonderheiten zu den Meldungen

Rechnungskontrollbelege für Belastungsanzeigen werden nur dann für die Intrahandelsstatistik (Versendung) herangezogen, wenn in Ihrer proALPHA Installation die Intrahandelsstatistik (Eingang) eingerichtet ist. Die Intradatensätze zu Rechnungskontrollbelegen zu Belastungsanzeigen stehen im Vertrieb in der Tabelle der Intradatensätze zur Intrahandelsstatistik (Versendung) zur Verfügung. Dort können Sie die Intradatensätze einsehen, bearbeiten und für die Meldung zur Intrahandelsstatistik (Versendung) ausgeben.

Wenn in Ihrer proALPHA Installation die Intrahandelsstatistik (Versendung) nicht eingerichtet ist, dann stehen die Intradatensätze in der Tabelle der Intradatensätze zur Intrahandelsstatistik (Eingang) zur Verfügung. Bei der Ausgabe der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Eingang) werden die Intradatensätze automatisch geprüft, wobei Intradatensätze für Rechnungskontrollbelege für Belastungsanzeigen als fehlerhaft eingestuft werden. Solche Intradatensätze kennzeichnen Sie als nicht meldepflichtig. Solche Intradatensätze melden Sie online.

Hinweis: Belege, die für Streckengeschäfte erfasst wurden, werden nicht berücksichtigt.

Intradaten in Belegen erfassen

Für die Intrahandelsstatistik (Versendung) können Sie in den dafür relevanten Vertriebsbelegen und Materialwirtschaftsbelegen verschiedene Daten erfassen.

Thema: Daten für die Intrahandelsstatistik in Belegen erfassen

Intrahandelsstatistik (Eingang)

Im Fenster Intrahandelsstatistik wählen Sie das Steuergebiet aus, für das Sie die Meldung erstellen. Zur Auswahl stehen die Steuergebiete, zu denen im Firmenstamm die Daten für Behördenkommunikation hinterlegt sind. Entsprechend dem Steuergebiet werden folgende Felder belegt:

  • Materialnummer Versendung und Materialnummer Eingang

    Die Materialnummern sind im Firmenstamm zum Steuergebiet hinterlegt (Fenster Behördenkommunikation).

  • Steuernummer

    Die Steuernummer ist im Firmenstamm zum Steuergebiet hinterlegt (Fenster Behördenkommunikation).

  • Umsatzsteuer-ID

    Die Umsatzsteuer-ID ist im Firmenstamm hinterlegt (Fenster Umsatzsteuer-Identifikationsnummern). Ermittelt wird die Default-Umsatzsteuer-ID, die mit dem ISO-Alpha2-Code des Steuergebiets beginnt.

Die Meldungen zur Intrahandelsstatistik werden im Einkauf erstellt. Für die Meldungen ermittelt proALPHA die Daten bei der Generierung der Intradatensätze aus den dafür relevanten Belegen.

Für die Intrahandelsstatistik (Eingang) sind die Belege relevant, auf Grund deren Wareneingänge stattgefunden haben und berechnet wurden. So sind für diese Intrahandelsstatistik folgende Belege relevant:

Module

Belege

Erläuterungen

Einkauf

Rechnungskontrollbelege für Eingangsrechnungen von Lieferanten

-

Wareneingangsbelege

Berücksichtigt werden:

  • Wareneingangsbelege des vorausgehenden Anmeldemonats, deren Berechnung noch nicht erfolgt ist.

  • Wareneingangsbelege des aktuellen Anmeldemonats, die nicht berechnet werden. Nicht berechnet werden z.B. Wareneingangsbelege zu Ersatzlieferungen für defekte Waren, wenn diese an Lieferanten zurückgeliefert wurden, nachdem sie bereits auf die Lagerorte gebucht und auch bezahlt wurden.

Materialwirtschaft

Meldepflichtige Lieferscheine an Lager und meldepflichtige interne Lieferscheine

Berücksichtigt werden Lieferscheine für Umlagerungen vom EU-Ausland in das EU-Inland.

Auf Grund eines Bedarfs können Sie Teile für Kunden bereitstellen. So können Sie z.B. Teile auf Grund eines Abrufauftrags auf dem Konsignationslager des Kunden zur Entnahme bereitstellen (Umlagerung). Umlagerungen in das EU-Ausland werden bei der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Versendung) berücksichtigt.

Wenn die Teile wieder vom EU-Ausland in das EU-Inland (Lagerort des Mandanten) umgelagert werden, dann werden diese Umlagerungen bei der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Eingang) berücksichtigt. Die Meldung erfolgt auf Grund der Daten des Lieferscheins, mit dem die Teile umgelagert wurden. Dazu muss der Lieferschein meldepflichtig sein. Beim Erfassen eines solchen Lieferscheins wird die dafür relevante Geschäftsart aus den Stammdaten der Auftragsart ermittelt, die dem Lieferschein zugeordnet ist. Für solche Geschäftsvorgänge ist die Geschäftsart "11" (endgültiger Kauf/Verkauf) relevant.

Vertrieb

Gutschriften

Gutschriften werden für die Intrahandelsstatistik (Eingang) herangezogen, sofern die Waren von den Kunden zurückgeliefert wurden.

Besonderheiten zu den Meldungen

Gutschriften werden nur dann für die Intrahandelsstatistik (Eingang) herangezogen, wenn in Ihrer proALPHA Installation die Intrahandelsstatistik (Versendung) eingerichtet ist. Die Intradatensätze zu Gutschriften stehen im Einkauf in der Tabelle der Intradatensätze zur Intrahandelsstatistik (Eingang) zur Verfügung. Dort können Sie die Intradatensätze einsehen, bearbeiten und für die Meldung zur Intrahandelsstatistik (Eingang) ausgeben.

Wenn in Ihrer proALPHA Installation die Intrahandelsstatistik (Eingang) nicht enthalten ist, dann stehen die Intradatensätze in der Tabelle der Intradatensätze zur Intrahandelsstatistik (Versendung) zur Verfügung. Bei der Ausgabe der Meldung zur Intrahandelsstatistik (Versendung) werden die Intradatensätze automatisch geprüft, wobei Intradatensätze für Gutschriften als fehlerhaft eingestuft werden. Solche Intradatensätze kennzeichnen Sie als nicht meldepflichtig. Solche Intradatensätze melden Sie online.

Hinweis: Belege, die für Streckengeschäfte erfasst wurden, werden nicht berücksichtigt. Ausnahmen sind Warenlieferungen von ausländischen EU-Lieferanten an inländische Kunden, die Waren bei Ihrem Unternehmen mit Sitz im Inland bestellt haben. So z.B., wenn ein inländischer Kunde bei Ihnen bestellt und Sie einen französischen Lieferanten beauftragen, die Ware an Ihren Kunden zu liefern. Bei einem solchen Streckengeschäft ist die Warenlieferung von Ihrem Unternehmen zu melden. Dazu werden zu dem Rechnungskontrollbeleg, den Sie für die Eingangsrechnung des Lieferanten erfassen, Intradatensätze generiert.

Intradaten generieren

Thema: Intradaten generieren

Intradaten bearbeiten

Thema: Intradaten bearbeiten

Beträge in die Meldewährung umrechnen

Zur Vereinfachung basieren die nachfolgenden Erläuterungen auf dem folgenden Beispiel: Ein Schweizer Mandant (Eigenwährung CHF) fakturiert Umsätze in CHF unter einer deutschen Umsatzsteuer-ID im Steuergebiet "DE". Die Meldewährung ist EUR. Im Fenster Intrahandelsstatistik ist das Steuergebiet "DE" ausgewählt.

Voraussetzungen

Im Firmenstamm hinterlegen Sie die deutsche Umsatzsteuer-ID des Schweizer Mandanten (Menüpunkt Funktion | Umsatzsteuer-Identifikationsnummern).

Thema: Umsatzsteuer-Identifikationsnummern erfassen

Sie definieren zum Steuergebiet "DE" die Behördenkommunikation. Dabei hinterlegen Sie u.a. die Meldewährung (EUR) und den Meldekurs. Der Meldekurs kann der Tageskurs oder der steuerliche Kurs zur Währung EUR sein.

  • Tageskurs

    Optionsfeld Tageskurs

    Zur Umrechnung wird der Tageskurs zum Belegdatum (historischer Kurs) herangezogen.

  • Steuerlicher Kurs

    Optionsfeld Steuerlicher Kurs

    Den gewünschten steuerlichen Kurs hinterlegen Sie monatlich bei den Tageskursen, z.B. zum Letzten des Monats.

    Hinweis: Der Wert "1" bedeutet, dass noch kein steuerlicher Kurs erfasst wurde. In diesem Fall ist die Umrechnung auf Basis des steuerlichen Kurses nicht möglich.

Meldewährung in die Intradatensätze schreiben

Zum Steuergebiet "DE" muss in allen relevante Intradatensätzen der Meldekurs hinterlegt werden. Dies erfolgt rückwirkend vor Ausgabe der Meldung. Die Hinterlegung des Meldekurses starten Sie manuell (Menüpunkt Datei | Meldekurs in Intradaten schreiben im Fenster Intrahandelsstatistik).

Im Vorlauf grenzen Sie die Intradatensätze ein. Dazu sind folgende Felder verfügbar:

  • Anmeldejahr

  • von Anmeldemonat

  • bis Anmeldemonat

Der Meldekurs wird entsprechend der Behördenkommunikation belegt. Wenn der steuerliche Kurs nicht gepflegt ist (Wert "1" in den Tageskursen), dann erfolgt keine Umrechnung. Sie werden in einer Systemmeldung informiert.

Auf Basis des Meldekurs werden die Beträge in die Meldwährung umgerechnet, wenn Sie die Meldung zur Intrahandelsstatistik ausgeben.

Intradaten ausgeben

Bei der Ausgabe werden die meldepflichtigen Intradatensätze eines Anmeldemonats in einer Datei gespeichert.

Die Ausgabe starten Sie wie folgt:

  • Intrahandelsstatistik (Versendung)

    Menüpunkt Datei | Intradaten ausgeben im Fenster Intrahandelsstatistik (Versendung)

    Das Verarbeitungsprogramm ermittelt die Daten aus den Intradatensätzen, die für die Intrahandelsstatistik (Versendung) relevant sind.

  • Intrahandelsstatistik (Eingang)

    Menüpunkt Datei | Intradaten ausgeben im Fenster Intrahandelsstatistik (Eingang)

    Das Verarbeitungsprogramm ermittelt die Daten aus den Intradatensätzen, die für die Intrahandelsstatistik (Eingang) relevant sind.

Im Vorlauf des jeweiligen Verarbeitungsprogramms bestimmen Sie u.a., für welchen Anmeldemonat die Meldung erstellt und in welchem Dateiformat die Datei gespeichert wird.

Dateiformate

Erläuterungen

ASCII

Zur Erstellung einer ASCII-Datei aktivieren Sie im Vorlauf das Optionsfeld ASCII. Zudem bestimmen Sie den Namen und das Verzeichnis der Datei, in der die Daten gespeichert werden. So werden die Daten entsprechend den amtlichen Vorgaben in einer ASCII-Datei gespeichert.

Vor Beginn des Anmeldeverfahrens mit ASCII-Dateien sind Testmeldungen zu übermitteln.

XML

Gilt nur für Deutschland.

Ab dem Anmeldemonat und Anmeldejahr Januar 2018 sind die Meldungen für die Intrahandelsstatistik Deutschland im INSTAT-XML-Format abzugeben. Zur Erstellung einer XML-Datei aktivieren Sie im Vorlauf das Optionsfeld XML. Zudem bestimmen Sie das Verzeichnis, in dem die Datei gespeichert wird. Der Dateiname wird automatisch vergeben, z.B. "0011-201803-20180307-1325.xml". So werden die Daten entsprechend den Vorgaben des Statistischen Bundesamts in einer XML-Datei gespeichert.

Vor Beginn des Anmeldeverfahrens mit XML-Dateien sind Testmeldungen zwecks Prüfung an das Statistische Bundesamt zu übermitteln. Zur Erstellung der dazu benötigten Datei aktivieren Sie im Vorlauf das Kontrollkästchen Testmeldung. Der Dateiname wird automatisch vergeben, z.B. "XGTEST-20180307-1322.xml".

Beim Start des Verarbeitungsprogramms erfolgt im ersten Schritt eine automatische Prüfung auf Vollständigkeit und Korrektheit der Daten. Wenn bei der Prüfung Fehler festgestellt werden, dann wird die Meldung nicht ausgegeben und somit keine Datei erstellt. Die Fehler müssen Sie vor der Ausgabe korrigieren. Darüber werden Sie in einer Systemmeldung informiert.

Wenn die Intradaten eines Anmeldemonats bereits ausgegeben wurde, dann können Sie einen Wiederholdruck vornehmen (aktives Kontrollkästchen Wiederholdruck im Vorlauf).

Voraussetzung: Alle Intradaten zu einer Materialnummer wurden im Anmeldemonat bereits durch eine Ausgabe für das Steuergebiet verarbeitet.

Besonderheiten

  • Materialnummer

    Die Intradaten werden je Materialnummer und Steuergebiet in einer Datei gespeichert.

    Hinweis: Eine Materialnummer ist für eine Organschaft gültig, die mehrere Firmen umfasst. Daher ist die Materialnummer in jedem Mandanten der Organschaft in der Behördenkommunikation zum Steuergebiet hinterlegt. Bei der Ausgabe werden alle Intradaten zu der Materialnummer und dem Steuergebiet ermittelt. Dies betrifft den aktuellen Mandaten und alle Mandaten, die der Organschaft auf Basis der Materialnummer im Steuergebiet angehören.

  • Drucknummer

    Bei der Ausgabe wird je Intradatensatz eine Drucknummer vergeben. In den Intradatensätzen wird die Drucknummer bei den internen Daten angezeigt (Feld Nummer).

Lokalisierung Frankreich

Thematik

Erläuterungen

Statistische Warennummern importieren

Das Importformat ist Textdatei mit Trennzeichen. Die Importdatei ist zeilenweise aufgebaut. Angaben je Zeile sind:

<statistische Warennummer>;<Bezeichnung>;<Mengeneinheit>

Die Reihenfolge der Angaben ist für einen erfolgreichen Import verpflichtend.

Intradaten in Rechnungen erfassen

Intradaten erfassen Sie je Belegposition. Dazu ist der Menüpunkt Extras | Intradaten verfügbar. Zu den Intradaten zählen u.a. Regime und Geschäftsart.

Die zulässigen Werte, die Sie im Feld Regime erfassen können, sind in der Compilerkonstante pa_S_F_RegimeSales hinterlegt. Der Defaultwert ist in der Compilerkonstante pa_S_F_RegimeSales_default hinterlegt.

Intradaten können Sie je Belegposition beauskunften (Menüpunkt Info | Intrahandelsstatistik).

Intradaten in der Rechnungskontrolle erfassen

Intradaten erfassen Sie je Belegposition. Dazu ist die Schaltfläche Intrastat verfügbar. Zu den Intradaten zählen u.a. Regime und Geschäftsart.

Die zulässigen Werte, die Sie im Feld Regime erfassen können, sind in der Compilerkonstante pa_S_F_RegimePurchasing hinterlegt. Der Defaultwert ist in der Compilerkonstante pa_S_F_RegimePurchasing_default hinterlegt.

Ursprungsregion ermitteln

Als Ursprungsregion wird das Bundesland der Adresse des jeweiligen Lagerorts vorgeschlagen. Dabei wird wie folgt unterschieden:

  • Vertrieb

    Für Rechnungen, Proforma-Rechnungen und Gutschriften wird jeweils das Bundesland der Adresse des Lagerorts aus der Belegposition vorgeschlagen.

  • Einkauf

    Für Wareneingangsbelege wird das Bundesland der Adresse des Wareneingangslagers vorgeschlagen. Wenn kein Wareneingangslagers hinterlegt ist, dann wird die Adresse des Ziellagerorts vorgeschlagen.

    Für Rücklieferungsbelege wird das Bundesland der Adresse des Lagerorts aus der Belegposition vorgeschlagen.

    Bei der Intrahandelsstatistik (Versendung) wird für Rechnungskontrollbelege die Ursprungsregion in folgender Reihenfolge ermittelt:

    • Bundesland der Adresse des Wareneingangslagers, die im zu Grunde liegenden Wareneingangsbeleg hinterlegt ist. Wenn kein Wareneingangslager hinterlegt ist, dann wird das Bundesland der Adresse des Ziellagerorts als Ursprungsregion vorgeschlagen.

    • Bundesland der Adresse des Lagerorts aus der Belegposition, die im zu Grunde liegenden Vorgängerbeleg hinterlegt ist.

    • Ursprungsregion aus dem Teilestamm.

  • Materialwirtschaft

    Für Lieferscheine an Lager und interne Lieferscheine gilt:

    Wenn Teile von einem Abgangslagerort in einem EU-Staat auf ein Ziellagerort in Frankreich umgebucht werden, dann wird das Bundesland der Adresse des Ziellagerorts aus dem Belegkopf vorgeschlagen.

    Wenn Teile von einem Abgangslagerort in Frankreich auf ein Ziellagerort in einem EU-Staat umgebucht werden, dann wird das Bundesland der Adresse des Lagerorts aus der Belegposition vorgeschlagen.

    Hinweis: Das Transitlager ist für die Ermittlung der Ursprungsregion nicht relevant.

Für einen Rechnungskontrollbeleg, der durch die Belegübernahme eines Wareneingangsbelegs erfasst wurde, wird das Bundesland der Adresse des Ziel Wareneingangslagerort vorgeschlagen. Wenn kein Ziel Wareneingangslagerort hinterlegt ist, dann wird die Adresse des Ziellagerorts vorgeschlagen.

Für einen Rechnungskontrollbeleg, mit einem anderen zu Grunde liegenden Vorgängerbeleg, wird das Bundesland der Adresse des Lagerorts aus der Belegposition vorgeschlagen. Wenn kein Lagerort hinterlegt ist oder kein Vorgängerbeleg existiert, dann wird die Ursprungsregion aus dem Teilestamm ermittelt und in den Intradatensätzen vorgeschlagen.

Für Lieferscheine an Lager und interne Lieferscheine wird die Adresse des Lagerorts aus der Belegposition vorgeschlagen, wenn der Ziellagerort in einem EU-Staat liegt.

Lokalisierung Ungarn

Thematik

Erläuterungen

Vereinfachte Meldung

Bei Bedarf können Sie eine vereinfachte Meldung (ohne Angabe eines Statistikwerts) erzeugen.

Voraussetzung: Im Firmenstamm (Fenster Behördenkommunikation) sind die folgenden Kontrollkästchen aktiv:

  • Versendung einfach

  • Eingang einfach

Statistische Warennummern Ungarn

Je Teil können Sie statistische Warennummern zur Information erfassen (Menüpunkt Stamm | statistische Warennummern Ungarn im Teilestamm). Diese Warennummern sind an kein bestimmtes Format gebunden.

Intradatensätze generieren

Intradatensätze generieren Sie je Anmeldemonat eines Anmeldejahrs. Für den Anmeldemonat und das Anmeldejahr ist das Intradatum relevant.

Das Intradatum erfassen Sie im Belegkopf folgender Belege:

  • Wareneingangsbelege

  • Rücklieferungsbelege

  • Rechnungskontrollbelege

  • Rechnungen

  • Proforma-Rechnungen

  • Gutschriften

  • Schlussrechnungen

  • Stornorechnungen

  • Korrekturrechnungen

Wenn zu einem Beleg Intradatensätze generiert wurden, dann können Sie im Belegkopf das Intradatum nicht mehr ändern. Zum Ändern des Intradatums müssen Sie die Intradatensätze löschen.

Meldungen ausgeben

Die Ausgabe erfolgt als CSV-Datei.

Administration

Objekte

Bedeutung

Softwareoption E_INTRA

Intrahandelsstatistik (Eingang) erstellen

Softwareoption VF_INTRA

Intrahandelsstatistik (Versendung) erstellen

Konfigurationstabelle lokale Funktionen

Vordefinierte lokale Funktionen

SB_BusinessTypes_Administration

Staaten, zu denen Geschäftsarten erfasst werden können.

SB_IntraCurrencyCodes_...

Währungen für die Intrahandelsstatistik

SB_IntrastatAutoAllocateSurcharges

Festlegung, ob Kopfzuschläge sowie Rabatte und Zuschläge aus Gruppen- und Zwischensummen gemeldet werden.

SB_IntrastatsErrorTypes_...

Fehlerursachen für fehlerhafte Intradatensätze

SB_IntrastatPurchasingForeignCty_...

Bezeichnung und Schlüssel für die Bestimmungsregion Ausland

SB_IntrastatSalesForeignCty_...

Bezeichnung und Schlüssel für die Ursprungsregion Ausland

SB_IntrastatsModesOfTransport_...

Verkehrszweige für die Intrahandelsstatistik

SB_IntrastatStatProcArrival_...

Statistische Verfahren für den Eingang

Hinweis: Ab dem Anmeldemonat und Anmeldejahr Januar 2007 sind die statistischen Verfahren für die Intrahandelsstatistik Deutschland entfallen.

SB_IntrastatStatProcDispatch_...

Statistische Verfahren für die Versendung

Hinweis: Ab dem Anmeldemonat und Anmeldejahr Januar 2007 sind die statistischen Verfahren für die Intrahandelsstatistik Deutschland entfallen.

MM_OriginCustomsTariffNr_...

Herkunft der statistischen Warennummern für Beistellteile zu Fremdleistungsaktivitäten

VB_NoIntraDataInSales

Fenster Intradaten erfassen zur Erfassung der Daten für die Intrahandelsstatistik automatisch öffnen

pa_S_P_Intra_UseVATExchangeRate

Gilt nur für Polen.

Berücksichtigung des Steuerkursdatums bei der Generierung von Daten für die Intrahandelsstatistik

pa_S_PTList_WithoutIntraStat

Teilearten der Teile, die nicht für die Intrahandelsstatistik relevant sind