Steuerfindung im Einkauf

Im Einkauf unterstützt Sie proALPHA mit der Steuerfindung bei nationalen, innergemeinschaftlichen sowie internationalen Geschäftsvorgängen. Je nach Geschäftsvorgang sind für die Steuerfindung unterschiedliche Besteuerungsgrundlagen relevant. Diese werden bei der Erfassung von Einkaufsbelegen automatisch ermittelt und im Belegkopf vorgeschlagen. Anhand der Besteuerungsgrundlagen wird festgestellt, ob der Geschäftsvorgang des Belegs steuerpflichtig oder steuerfrei ist. Bei einem steuerpflichtigen Geschäftsvorgang wird die Vorsteuer für die einzelnen Belegpositionen des Belegs mit Hilfe der Kontenfindung ermittelt. Die Vorsteuer wird in den Belegpositionen ausgewiesen und fließt auch in die Belegsummen ein.

Einschränkungen bei der Steuerfindung

proALPHA unterstützt Sie mit der Steuerfindung bei nahezu allen Steuerfällen. Jedoch gibt es wenige Geschäftsvorgänge, bei denen die Steuerfindung verschiedenen Einschränkungen unterworfen ist. Dazu zählen Geschäftsvorgänge mit Reverse-Charge-Verfahren (Umkehrung der Steuerschuldnerschaft nach § 13b UStG). Für solche Geschäftsvorgänge müssen die für die Steuerfindung relevanten Stammdaten entsprechend erfasst sein.

Darüber hinaus gibt es Einschränkungen, die von der Konfiguration der Kontenfindung abhängig sind. Anhand der Compilerkonstante pa_S_Kontenfindung ist konfiguriert, ob nur die einfache Kontenfindung zur Verfügung steht oder die erweiterte Kontenfindung. Bei der einfachen Kontenfindung sind im Lieferantenstamm nur zwei Steuergruppen hinterlegt. Somit kann die Steuerfindung lediglich für die Geschäftsvorgänge erfolgen, zu denen die beiden Steuergruppen im Lieferantenstamm hinterlegt sind. Bei der erweiterten Kontenfindung können maximal sechs Steuergruppen im Lieferantenstamm hinterlegt sein. Infolge der zunehmenden Globalisierung wird die erweiterte Kontenfindung empfohlen, da Sie so mit zusätzlichen Steuergruppen mehr Steuerfälle abbilden können. Daher beziehen sich die Erläuterungen in diesem Thema auf die Steuerfindung bei der erweiterten Kontenfindung.

Hinweis: Mehr Informationen zur Steuerfindung und den hier genannten Einschränkungen erhalten Sie von Ihrem Berater.

Geschäftsvorgänge mit Steuerfindung

Die Steuerfindung erfolgt automatisch in Einkaufsbelegen, die im Rahmen von Geschäftsvorgängen zu Warenlieferungen sowie Dienst- und Serviceleistungen erfasst werden.

Bei der Steuerfindung werden normale Steuerfälle und besondere Steuerfälle unterschieden. Besondere Steuerfälle sind z.B. Versteuerungsarten für Warenlieferungen zwischen EU-Mitgliedstaaten. Die Besonderheiten solcher Steuerfälle werden in proALPHA über die Stammdaten der Steuerfallarten abgebildet.

Hinweis: Innerhalb eines Einkaufsbelegs kann nur ein Steuerfall abgebildet werden. Jedoch können die Einkaufsbelege innerhalb eines Geschäftsvorgangs (Belegkette) unterschiedliche Steuerfälle enthalten. Dies kann z.B. eintreten, wenn Sie die Besteuerungsgrundlagen vor dem Wareneingang ändern oder während des Geschäftsvorgangs ein Staat aus der Staatengemeinschaft austritt.

Voraussetzungen für die Steuerfindung

Voraussetzungen

Erläuterungen

Die Stammdaten für die Steuerfindung sind erfasst.

Thema: Stammdaten für die Steuerfindung

Der Beleg zählt zu einem Geschäftsvorgang mit Steuerfindung.

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Der Arbeitsschritt während des Geschäftsvorgangs zählt zu den Aktionen mit Steuerfindung.

Thema: Zeitpunkt der Steuerfindung

In den Besteuerungsgrundlagen des Belegs ist das Kontrollkästchen Ausnahme nicht aktiv.

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Zeitpunkt der Steuerfindung

Die Steuerfindung erfolgt automatisch bei der Belegerfassung. Bei der Erfassung des ersten Einkaufsbelegs zu einem Geschäftsvorgang wird die Steuerfindung erstmals durchgeführt. Je nach Geschäftsvorgang kann die Steuerfindung während der Abwicklung des Geschäftsvorgangs erneut durchgeführt werden, auch mehrmals. So wird während eines Geschäftsvorgangs zu mehreren Zeitpunkten geprüft, ob die Besteuerungsgrundlagen für den Geschäftsvorgang noch gültig sind.

Die Steuerfindung erfolgt in folgenden Belegen:

  • Bestellungen (auch Bestellungen mit Lieferplan)

  • Abrufbestellungen

  • Rücklieferungsbelege

  • Rechnungskontrollbelege

  • Belastungsanzeigen

Bei einem steuerpflichtigen Geschäftsvorgang wird die Vorsteuer für die einzelnen Belegpositionen des Belegs mit Hilfe der Kontenfindung ermittelt und in den Belegpositionen ausgewiesen. Dies gilt jedoch nur für Rechnungskontrollbelege. So wird bei jeder Steuerfindung in einem Rechnungskontrollbeleg auch eine Kontenfindung durchgeführt. Dabei werden die gültigen Daten zur Besteuerung der Teile in den Belegpositionen ermittelt, u.a. Steuerschlüssel und Wareneinkaufsgruppen. In den Belegpositionen aller anderen Einkaufsbelege wird keine Vorsteuer ausgewiesen. Daher erfolgt in diesen Einkaufsbelegen im Rahmen der Steuerfindung keine Kontenfindung.

Hinweis:

  • Die Steuern für Belastungsanzeigen werden erst bei der Belegausgabe ermittelt, sodass die Steuern in den Formularen ausgegeben werden. Dazu erfolgt die Kontenfindung bei der Belegausgabe.

  • Bei der Liquiditätsprognose werden die Warenwerte inkl. Steuern herangezogen. Für Einkaufsbelege, in deren Belegpositionen keine Steuern ausgewiesen werden, werden die Steuern für die Liquiditätsprognose ermittelt. Dazu erfolgt die Kontenfindung bei der Berechnung der Liquiditätsprognose.

Die Steuerfindung erfolgt bei folgenden Aktionen:

Aktionen

Erläuterungen

Manuelle Erfassung eines Belegs

Die Steuerfindung erfolgt beim Erfassen des Belegkopfs.

Belegübernahme

Die Steuerfindung erfolgt z.B. bei der Belegübernahme einer Bestellung in einen Rechnungskontrollbeleg. Je nach Belegübernahme wird durch die Steuerfindung geprüft, ob die Besteuerungsgrundlagen des Vorgängerbelegs noch gültig sind. Dabei können die Besteuerungsgrundlagen automatisch aktualisiert werden.

Hinweis: Die Steuerfindung erfolgt nicht erneut, wenn im Vorgängerbeleg das Kontrollkästchen Ausnahme aktiv ist. Die Besteuerungsgrundlagen des Vorgängerbelegs werden entsprechend Ihren Änderungen in den Folgebeleg übernommen und nicht aktualisiert. Jedoch wird bei der Belegübernahme geprüft, ob die den Besteuerungsgrundlagen zu Grunde liegenden Stammdaten für die Steuerfindung noch gültig sind. Wenn die Stammdaten zu einem Bestandteil der Besteuerungsgrundlagen nicht mehr gültig sind, dann wird die Belegübernahme abgebrochen.

Übernahme von EDI-Nachrichten oder INWB-Nachrichten

Mit einer EDI- oder INWB-Nachricht werden verschiedene Besteuerungsgrundlagen übermittelt und in den Beleg übernommen, z.B. die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Die nicht übermittelten Besteuerungsgrundlagen werden bei der Übernahme unter Berücksichtigung der bereits übermittelten Besteuerungsgrundlagen durch die Steuerfindung ermittelt und in dem Beleg ergänzt.

Manuelle Änderung von steuerrelevanten Adressangaben im Beleg

Die Steuerfindung erfolgt bei folgenden Änderungen im Belegkopf:

  • Änderung der Lieferantenadresse eines diversen Lieferanten, wenn im Belegkopf keine Bestelladresse erfasst ist.

  • Erfassung, Änderung oder Löschung der Bestelladresse.

  • Erfassung, Änderung oder Löschung des Profitcenters, wenn im Belegkopf keine Lieferadresse und kein Ziellager (Lagerort ist "?") erfasst sind.

  • Erfassung, Änderung oder Löschung des Ziellagerorts, wenn im Belegkopf keine Lieferadresse erfasst ist.

  • Erfassung, Änderung oder Löschung der Lieferadresse.

Manuelle Änderung der Besteuerungsgrundlagen im Beleg

Die Steuerfindung erfolgt beim Ändern der folgenden Besteuerungsgrundlagen:

  • Belegdatum

    (Gilt nicht für Belastungsanzeigen.)

    Die Steuerfindung erfolgt, wenn Sie das Belegdatum z.B. in einer Bestellung ändern, sofern das Kontrollkästchen Ausnahme nicht aktiv ist.

  • Steuerdatum

    (Gilt nur für Belastungsanzeigen.)

    Die Steuerfindung erfolgt, wenn Sie das Steuerdatum in einer Belastungsanzeige ändern, sofern das Kontrollkästchen Ausnahme nicht aktiv ist.

  • Kontrollkästchen Ausnahme

    Die Steuerfindung erfolgt, wenn Sie das Kontrollkästchen deaktivieren. Dabei werden Steuergebiete und Steuerpflicht neu ermittelt. Der Steuerfall wird nicht neu ermittelt. Jedoch wird geprüft, ob der Steuerfall noch zur Transaktionsart des Geschäftsvorgangs passt. Wenn die Daten nicht zusammenpassen, dann werden Sie in einer Systemmeldung entsprechend informiert.

Thema: Besteuerungsgrundlagen ändern

Ausführung der Hilfsprogramme EU-Erweiterung Einkaufsbelege und EU-Austritt Einkaufsbelege

Durch die Hilfsprogramme werden die Besteuerungsgrundlagen von offenen Belegen der betroffenen Geschäftspartner automatisch geändert. Auf Grund der geänderten Besteuerungsgrundlagen eines Belegs erfolgt automatisch eine erneute Steuerfindung für den Beleg.

Weitere Erläuterungen dazu finden Sie im Thema "EU-Erweiterung oder EU-Austritt".

Ablauf der Steuerfindung

Im ersten Schritt werden die zum Belegdatum des Belegs gültigen Besteuerungsgrundlagen für den Belegkopf ermittelt.

Thema: Steuerfindung im Belegkopf

Bei einem Rechnungskontrollbeleg wird im zweiten Schritt die Steuer für die einzelnen Belegpositionen ermittelt.

Thema: Steuerfindung in den Belegpositionen

Die aus Rechnungskontrollbelegen ermittelte Steuer wird auf die Steuerkonten der Finanzbuchhaltung gebucht.

Thema: Steuerkonten

Steuerfindung im Belegkopf

Die zum Belegdatum des Belegs gültigen Besteuerungsgrundlagen werden aus den Stammdaten für die Steuerfindung ermittelt. Die Ermittlung erfolgt in folgenden Schritten:

  1. Abgangsort und Empfängerort des Geschäftsvorgangs ermitteln

    Thema: Abgangsort und Empfängerort ermitteln

  2. Transaktionsart des Geschäftsvorgangs ermitteln

    Anhand des Abgangsorts und Empfängerorts wird die Transaktionsart des Geschäftsvorgangs ermittelt. Die Transaktionsart beschreibt, ob es sich um einen inländischen, innergemeinschaftlichen oder ausländischen Geschäftsvorgang handelt.

    Thema: Transaktionsart ermitteln

  3. Steuergrundregel für den Empfängerort zur Transaktionsart ermitteln und anwenden

    Thema: Steuergrundregel ermitteln

  4. Steuerausnahmeregel für die betreffenden Steuergebiete ermitteln und anwenden

    Thema: Steuerausnahmeregel ermitteln und anwenden

Die ermittelten Besteuerungsgrundlagen werden im Belegkopf vorgeschlagen. Im Erfassungsfenster des Belegkopfs werden die Besteuerungsgrundlagen in der Registerkarte Steuer angezeigt. Im Fenster Besteuerungsgrundlagen ändern können Sie die Besteuerungsgrundlagen manuell ändern.

Anhand der Besteuerungsgrundlagen wird festgestellt, ob der Geschäftsvorgang des Belegs steuerpflichtig oder steuerfrei ist.

Abgangsort und Empfängerort ermitteln

Zur Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen werden folgende Adressen verwendet:

  • Adresse des Abgangsorts

    Adresse des Orts, von dem die Ware versendet wird

  • Adresse des Empfängers

    Adresse des Orts, an den die Ware geliefert wird

Für die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen werden die Adressen jeweils in ihre Bestandteile (Steuergebiete) gemäß der Steuergebietsstruktur aufgelöst. Eine Adresse hat mindestens den Staat als Bestandteil, wie dies u.a. bei einer Adresse in Deutschland der Fall ist.

Erläuterungen zum Abgangsort

Der Abgangsort kann die Lieferantenadresse oder eine davon abweichende Adresse sein, z.B. Bestelladresse.

Folgende Adressen können als Abgangsort verwendet werden:

Adressen

Erläuterungen

Hinweise

Adresse des Lieferanten aus dem Lieferantenstamm

Die Lieferantenadresse wird verwendet, wenn der Beleg nicht für einen diversen Lieferanten erfasst wurde und im Belegkopf keine Bestelladresse erfasst ist.

Somit hat die Adresse Priorität 3.

-

Adresse des diversen Lieferanten aus dem Belegkopf des Belegs

Die Adresse wird verwendet, wenn der Beleg für einen diversen Lieferanten erfasst wird. In einem solchen Fall wird die Lieferantenadresse direkt im Belegkopf erfasst.

Somit hat die Adresse Priorität 2.

-

Bestelladresse des Lieferanten aus dem Belegkopf des Belegs

Die Bestelladresse wird verwendet, wenn diese in der Registerkarte BestellAdr des Belegkopfs erfasst ist.

Somit hat die Adresse Priorität 1.

Je nach Konfiguration kann die Bestelladresse "0" des Lieferanten bei der Belegerfassung automatisch in den Belegkopf übernommen werden.

Thema: Bestelladressen bei Lieferanten

Bei der Erfassung eines Belegs mit Bezug zu einer Rahmenbestellung wird die Bestelladresse der Rahmenbestellung nicht in den Folgebeleg übernommen. Somit hat die Bestelladresse der Rahmenbestellung keine Auswirkungen auf die Besteuerungsgrundlangen des Folgebelegs.

Beim Erfassen, Ändern oder Löschen der Bestelladresse erfolgt eine erneute Steuerfindung.

Erläuterungen zum Empfängerort

Der Empfängerort kann Ihre Firmenadresse oder eine davon abweichende Adresse sein, z.B. eigene Lieferadresse.

Folgende Adressen können als Empfängerort verwendet werden:

Adressen

Erläuterungen

Hinweise

Adresse Ihres Unternehmens aus dem Firmenstamm

Die Firmenadresse wird verwendet, wenn im Belegkopf keine Lieferadresse, kein Ziellager (Lagerort ist "?") und kein Profitcenter erfasst sind. Sie wird auch dann verwendet, wenn im Belegkopf ein Profitcenter erfasst ist, das keine eigene Profitcenteradresse hat.

Somit hat die Adresse Priorität 4.

-

Adresse des Profitcenters aus dem Profitcenterstamm

Die Profitcenteradresse wird verwendet, wenn im Belegkopf keine Lieferadresse und kein Ziellager (Lagerort ist "?") erfasst sind.

Somit hat die Adresse Priorität 3.

Zu einem Profitcenter kann im Profitcenterstamm eine eigene Profitcenteradresse erfasst sein. Wenn ein Profitcenter keine eigene Profitcenteradresse hat, dann ist die Firmenadresse die Adresse des Profitcenters.

Beim Erfassen, Ändern oder Löschen des Profitcenters erfolgt eine erneute Steuerfindung, wenn im Belegkopf keine Lieferadresse und kein Ziellager (Lagerort ist "?") erfasst sind.

Adresse des Ziellagerorts aus dem Belegkopf des Belegs

Die Lagerortsadresse wird verwendet, wenn im Belegkopf ein Ziellager (Lagerort ist kein "?") erfasst ist und keine Lieferadresse erfasst ist.

Somit hat die Adresse Priorität 2.

Hinweis: In Wareneingangsbelegen wird das Wareneingangslager als Ziellager herangezogen (Lagerort im Feld WE Lager ist kein "?").

Die Steuergebiete aller Ziellager (Belegkopf und Belegpositionen) innerhalb eines Belegs sollten identisch sein.

Im Feld Steuergebiet Ziel der Besteuerungsgrundlagen wird die Steuergebietsstruktur des Empfängerorts als kommaseparierte Liste angezeigt. Diese Steuergebietsstruktur sollte identisch sein mit den Steuergebietsstrukturen, die aus den Adressen der Ziellagerorte innerhalb des Belegs resultieren.

Dies wird jedoch nicht geprüft. Das bedeutet: Wenn Sie in einer Belegposition einen Lagerort mit abweichender Steuergebietsstruktur erfassen, dann werden Sie nicht in einer Systemmeldung informiert.

Beim Erfassen, Ändern oder Löschen des Ziellagers erfolgt eine erneute Steuerfindung, wenn im Belegkopf keine Lieferadresse erfasst ist.

Eigene Lieferadresse (Belegkopf; Registerkarte LieferAdr)

Die Lieferadresse wird verwendet, wenn diese in der Registerkarte LieferAdr des Belegkopfs erfasst ist.

Somit hat die Adresse Priorität 1.

Je nach Konfiguration kann die Lieferadresse "0" Ihrer Firma bei der Belegerfassung automatisch in den Belegkopf übernommen werden.

Thema: Eigene Lieferadressen

Beim Erfassen, Ändern oder Löschen der Lieferadresse erfolgt eine erneute Steuerfindung.

Transaktionsart ermitteln

Anhand des Abgangsorts und Empfängerorts wird die Transaktionsart des Geschäftsvorgangs ermittelt. Folgende Transaktionsarten werden unterschieden:

  • Inländischer Geschäftsvorgang

  • Innergemeinschaftlicher Geschäftsvorgang

  • Ausländischer Geschäftsvorgang mit einem Drittland

Für die Ermittlung sind folgende Daten relevant:

Zur Ermittlung der Transaktionsart werden die Adressen jeweils in ihre Bestandteile (Steuergebiete) gemäß der Steuergebietsstruktur aufgelöst. Steuergebiet ist jeweils der Staat der Adresse. Somit wird je Adresse anhand des Staats das korrespondierende Steuergebiet ermittelt. Anschließend wird geprüft, ob die Steuergebiete (Staaten) der beiden Adressen identisch sind.

Anwendungsfälle

Erläuterungen

Die Staaten sind identisch.

Transaktionsart: Inländischer Geschäftsvorgang

Die Staaten sind nicht identisch.

Prüfung, ob die Staaten der beiden Adressen Mitglieder derselben steuerlich relevanten Staatengemeinschaft sind (aktives Kontrollkästchen steuerl relevant), z.B. Mitglieder der EU.

Anwendungsfälle:

  • Die Staaten der beiden Adressen sind Mitglieder derselben Staatengemeinschaft.

    Transaktionsart: Innergemeinschaftlicher Geschäftsvorgang

  • Die Staaten der beiden Adressen sind nicht Mitglieder derselben Staatengemeinschaft.

    Transaktionsart: Ausländischer Geschäftsvorgang mit einem Drittland

Den ermittelten Steuergebieten können jeweils weitere Steuergebiete unterschiedlicher Steuergebietsarten untergeordnet sein, z.B. Postleitzahlenbereiche eines Staats. Der Zusammenhang der untergeordneten Steuergebiete ist in der Steuergebietsstruktur abgebildet. Zu jedem Steuergebiet innerhalb einer Steuergebietsstruktur können Daten zur Besteuerung für die Belegpositionen hinterlegt sein, u.a. Steuerschlüssel und Wareneinkaufsgruppen. Diese Daten müssen jedoch mindestens zu dem Staat hinterlegt sein.

Steuergrundregel ermitteln

Für die ermittelte Transaktionsart des Geschäftsvorgangs wird die Steuergrundregel ermittelt. Die Steuergrundregel wird für den steuerrelevanten Staat des Geschäftsvorgangs ermittelt (Besteuerungsort). In der Regel ist dies der Staat des Empfängerorts.

Für die Ermittlung sind folgende Daten relevant:

Die Besteuerungsgrundlagen laut Steuergrundregel werden im Belegkopf vorgeschlagen, sofern keine Steuerausnahmeregeln für die betreffenden Steuergebiete existieren. Im Erfassungsfenster des Belegkopfs werden die Besteuerungsgrundlagen in der Registerkarte Steuer angezeigt. Im Fenster Besteuerungsgrundlagen ändern können Sie die Besteuerungsgrundlagen manuell ändern.

Steuerausnahmeregel ermitteln und anwenden

Nachdem die Steuergrundregel für den Geschäftsvorgang ermittelt wurde, wird geprüft, ob Steuerausnahmeregeln für die Steuergebiete des Geschäftsvorgangs existieren. Die Steuerausnahmeregeln werden für die dem Geschäftsvorgang entsprechende Kombination aus von Staatengemeinschaft oder Steuergebiet und nach Staatengemeinschaft oder Steuergebiet ermittelt.

Wenn für den Geschäftsvorgang eine Steuerausnahmeregel ermittelt wurde, dann wird diese für den Geschäftsvorgang angewendet.

Für die Ermittlung sind folgende Daten relevant:

  • Stammdaten der Steuerausnahmebeziehungen

  • Programm mit den Ausnahmen

    Ausnahmen werden für Ihr Unternehmen individuell programmiert. Das Programm wird zu der Steuerausnahmebeziehung hinterlegt. Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem Berater.

Wenn eine Steuerausnahmeregel existiert, dann werden die Besteuerungsgrundlagen laut Steuergrundregel mit den Besteuerungsgrundlagen laut Steuerausnahmeregel überschrieben. Somit werden die Besteuerungsgrundlagen laut Steuerausnahmeregel im Belegkopf vorgeschlagen. Im Erfassungsfenster des Belegkopfs werden die Besteuerungsgrundlagen in der Registerkarte Steuer angezeigt. Im Fenster Besteuerungsgrundlagen ändern können Sie die Besteuerungsgrundlagen manuell ändern.

Steuerfindung in den Belegpositionen

(Gilt nur für Rechnungskontrollbelege.)

Hinweis: Die Kontenfindung erfolgt nur in Rechnungskontrollbelegen im Rahmen der Steuerfindung. Somit werden nur in Belegpositionen von Rechnungskontrollbelegen Steuern ausgewiesen. Für andere Einkaufsbelege erfolgt die Kontenfindung zu anderen Zeitpunkten. Dabei wird wie folgt unterschieden:

  • Belastungsanzeigen

    Die Steuern für Belastungsanzeigen werden erst bei der Belegausgabe ermittelt, sodass die Steuern in den Formularen ausgegeben werden. Dazu erfolgt die Kontenfindung bei der Belegausgabe.

  • Einkaufsbelege, die bei der Liquiditätsprognose berücksichtigt werden

    Bei der Liquiditätsprognose werden die Warenwerte inkl. Steuern herangezogen. Für Einkaufsbelege, in deren Belegpositionen keine Steuern ausgewiesen werden, werden die Steuern für die Liquiditätsprognose ermittelt. Dazu erfolgt die Kontenfindung bei der Berechnung der Liquiditätsprognose.

Bei einem steuerpflichtigen Geschäftsvorgang wird die Steuer laut Besteuerungsort für die einzelnen Belegpositionen des Rechnungskontrollbelegs ermittelt. Dazu werden die Daten zur Besteuerung der Teile der Belegpositionen aus dem Steuergebiet ermittelt, das dem Besteuerungsort entspricht. In der Regel ist dies der Empfängerort.

Für jede Belegposition wird der für das Teil zum Belegdatum gültige Steuersatz mit Hilfe der Kontenfindung ermittelt. Die Ermittlung erfolgt in folgenden Schritten:

  1. Ermittlung der dem Steuerfall des Geschäftsvorgangs entsprechenden Steuergruppe des Lieferanten

    Die Steuergruppe wird aus dem Stammdatensatz des Lieferanten ermittelt. Je nach Konfiguration der Kontenfindung können im Lieferantenstamm zwei Steuergruppen (einfache Kontenfindung) oder maximal sechs Steuergruppen (erweiterte Kontenfindung) hinterlegt sein. So kann bei der einfachen Kontenfindung die Steuerfindung lediglich für die Geschäftsvorgänge erfolgen, zu denen die beiden Steuergruppen im Lieferantenstamm hinterlegt sind.

  2. Ermittlung der Kontengruppe des Teils der Belegposition aus der Werteflussgruppe des Teils

    In der Kontengruppe sind die für das Teil möglichen Steuergruppen hinterlegt.

    Aus der Kontengruppe wird die Steuergruppe ermittelt, die der aus dem Lieferantenstamm ermittelten Steuergruppe entspricht.

    Zu der Steuergruppe ist u.a. die betreffende Wareneinkaufsgruppe hinterlegt.

  3. Ermittlung der Wareneinkaufsgruppe

    Die zu der Steuergruppe hinterlegte Wareneinkaufsgruppe wird aus dem Steuergebiet ermittelt, das dem Besteuerungsort des Geschäftsvorgangs entspricht.

    Zu der Wareneinkaufsgruppe ist u.a. das betreffende Wareneinkaufskonto hinterlegt. In den Stammdaten des Wareneinkaufskontos ist der Steuerschlüssel zum Steuergebiet hinterlegt.

  4. Ermittlung des Steuerschlüssels und somit des Steuersatzes aus der Wareneinkaufsgruppe oder dem Wareneinkaufskonto

    Wenn sowohl zu der Wareneinkaufsgruppe als auch zum Wareneinkaufskonto Steuerschlüssel hinterlegt sind, dann wird der Steuerschlüssel aus der Wareneinkaufsgruppe verwendet.

    Zu welchem Datum der Steuerschlüssel ermittelt wird, ist anhand der Compilerkonstante pa_ER_Steuerdatum_WE konfiguriert.

    Auf Basis des Steuerschlüssels werden u.a. folgende Daten ermittelt:

    • Steuersatz zur Berechnung der Steuer

      Für den Steuersatz des Steuerschlüssels wird noch geprüft, ob dieser zum Belegdatum gültig ist.

    • Steuerkonto und Skontokonto

    • Weitere Konten, u.a. Zuschlagskonten

Der für eine Belegposition ermittelte Steuerschlüssel wird in der Belegposition angezeigt und kann je nach Konfiguration des Anwendungsparameters ER_inputVATChangeable manuell geändert werden. In dem Anzeigefeld rechts neben dem Feld wird der zugehörige Steuersatz angezeigt.

Hinweis: Wareneinkaufsgruppe, Steuerschlüssel sowie Steuersatz (Besteuerungsdaten) werden aus der Steuergebietsstruktur des Steuergebiets ermittelt, das dem Besteuerungsort des Geschäftsvorgangs entspricht. Die Besteuerungsdaten werden aus dem kleinsten Steuergebiet der Steuergebietsstruktur ermittelt. Dazu wird die Steuergebietsstruktur von unten (kleinstes Steuergebiet) nach oben (größtes Steuergebiet) durchsucht. Spätestens aus dem übergeordneten Steuergebiet des ISO-Alpha-2-Ländercodes (Staat) müssen Besteuerungsdaten ermittelt werden.