Steuerfallarten und Steuerfälle

Bei der Steuerfindung werden normale Steuerfälle und besondere Steuerfälle unterschieden. Besondere Steuerfälle sind z.B. Versteuerungsarten für Warenlieferungen zwischen EU-Mitgliedstaaten. Die Besonderheiten solcher Steuerfälle werden in proALPHA über Steuerfallarten und Steuerfälle abgebildet. Steuerfallarten und Steuerfälle werden bei der Steuerfindung zur Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen herangezogen.

Die Erläuterungen in diesem Thema beziehen sich nur auf besondere Steuerfälle.

Steuerfallarten und Steuerfälle zählen zu den Stammdaten.

Basiswissen: Stammdaten

Steuerfallarten und Steuerfälle erfassen

Steuerfallarten und Steuerfälle können Sie manuell erfassen oder mit der Kopiervorlage anlegen. Beim Kopieren einer Steuerfallart werden die Steuerfälle aus der Kopiervorlage nicht mitkopiert.

Für innergemeinschaftliche Geschäftsvorgänge wird die Steuerfallart "EVA" (Euroversteuerungsart) benötigt. Zu der Steuerfallart sind verschiedene besondere Steuerfälle für solche Geschäftsvorgänge zu hinterlegen. Weitere Steuerfallarten und Steuerfälle können Sie nach Ihren Anforderungen erfassen. Beim Erfassen der Steuerfälle zu einer Steuerfallart bestimmen Sie u.a., welcher der Steuerfälle in Belegen vorgeschlagen wird (Kontrollkästchen Default).

Basiswissen: Stammdaten erfassen

Steuerfallarten und Steuerfälle pflegen

Die Daten einer Steuerfallart oder eines Steuerfalls können Sie ändern.

Eine Steuerfallart können Sie löschen.

Voraussetzung: Die Steuerfallart ist keiner Steuerregel zugeordnet.

Einen Steuerfall können Sie löschen. Beim Löschen eines Steuerfalls wird nicht geprüft, ob der Steuerfall bereits in einem Beleg verwendet wird. Daher sollten Sie Steuerfälle nur dann löschen, wenn sie z.B. irrtümlich erfasst wurden.

Basiswissen: Stammdaten pflegen

Steuerfallarten und Steuerfälle verwenden

Bei der Steuerfindung wird der Steuerfall aus der für den Geschäftsvorgang relevanten Steuerfallart ermittelt. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn der Geschäftsvorgang einen besonderen Steuerfall abbildet. Dazu können Sie in den Stammdaten der Steuerregeln je Transaktionsart festlegen, aus welcher Steuerfallart der Steuerfall ermittelt wird.

Der ermittelte Steuerfall wird in den Besteuerungsgrundlagen des Belegs vorgeschlagen (Feld Steuerfall). Wenn der Geschäftsvorgang keinen besonderen Steuerfall abbildet, dann wird in dem Feld ein Fragezeichen (?) angezeigt. Dabei wird wie folgt unterschieden:

Geschäftsvorgänge

Erläuterungen

Inländische Geschäftsvorgänge (Staaten der EU)

Es wird kein Steuerfall ermittelt. In dem Feld wird ein Fragezeichen (?) angezeigt.

Ausländische Geschäftsvorgänge mit Drittländern

Es wird kein Steuerfall ermittelt. In dem Feld wird ein Fragezeichen (?) angezeigt.

Innergemeinschaftliche Geschäftsvorgänge (EU)

Der Steuerfall wird aus der Steuerfallart ermittelt, die für die Staatengemeinschaft "EU" relevant ist. Dies ist in den Stammdaten der Steuerregeln anhand des aktiven Kontrollkästchens Steuerfallart Gem festgelegt. Der Steuerfall wird für die betreffende Staatengemeinschaft ermittelt. Die betreffende Staatengemeinschaft ist in den Stammdaten der Steuerfallarten im Feld StaatenGem hinterlegt.

Ermittelt wird der Steuerfall, der für die Steuerfallart als Vorschlagswert festgelegt ist (aktives Kontrollkästchen Default).

Erläuterungen zu den Steuerfällen

Für innergemeinschaftliche Geschäftsvorgänge sind zu der Steuerfallart "EVA" (Euroversteuerungsart) folgende besondere Steuerfälle zu hinterlegen:

Schlüssel

Steuerfälle

Erläuterungen

0

nicht verbrauchssteuerpfl.

Der Geschäftsvorgang ist steuerfrei.

Es handelt sich um Waren, für die keine Verbrauchssteuern erhoben werden.

Der Steuerfall wird bei der Steuerfindung als Default-Steuerfall verwendet (aktives Kontrollkästchen Default).

Kunden-OP, die aus solchen Geschäftsvorgängen resultieren, sind meldepflichtig für die Zusammenfassende Meldung (Kennzahl "41").

1

Lohnveredelung

Der Geschäftsvorgang ist steuerfrei.

Es handelt sich um Waren, die in ein Land der Europäischen Union ausgeführt werden, um dort bearbeitet oder verarbeitet zu werden.

Kunden-OP, die aus solchen Geschäftsvorgängen resultieren, sind nicht meldepflichtig für die Zusammenfassende Meldung.

2

neues Fahrzeug

Der Geschäftsvorgang ist steuerfrei.

Es handelt sich um die Lieferung eines neuen Fahrzeugs.

Kunden-OP, die aus solchen Geschäftsvorgängen resultieren, sind meldepflichtig für die Zusammenfassende Meldung (Kennzahl "41").

3

Warenbewegung

Der Geschäftsvorgang ist steuerfrei.

Bei der Lieferung handelt es sich um eine Warenbewegung.

Kunden-OP, die aus solchen Geschäftsvorgängen resultieren, sind nicht meldepflichtig für die Zusammenfassende Meldung.

4

verbrauchssteuerpflichtig

Der Geschäftsvorgang ist steuerpflichtig. Besteuerungsort ist der Zielort (Empfängerort).

Es handelt sich um Waren, die verbrauchssteuerpflichtig sind.

Kunden-OP, die aus solchen Geschäftsvorgängen resultieren, sind nicht meldepflichtig für die Zusammenfassende Meldung.

5

Dreiecksgeschäft

Der Geschäftsvorgang ist steuerfrei.

Es handelt sich um eine Lieferung, die innerhalb eines Dreiecksgeschäfts abgewickelt wird.

Kunden-OP, die aus solchen Geschäftsvorgängen resultieren, sind meldepflichtig für die Zusammenfassende Meldung (Kennzahl "42").

8

Innergem sonstige Leistungen

Der Geschäftsvorgang ist steuerfrei.

Es handelt sich um innergemeinschaftliche sonstige Leistungen, wie z.B. Dienstleistungen, die in einem Land der Europäischen Union ausgeführt werden.

Kunden-OP, die aus solchen Geschäftsvorgängen resultieren, sind meldepflichtig für die Zusammenfassende Meldung (Kennzahl "21").

9

Sonstige nicht steuerbare Umsätze

Der Geschäftsvorgang ist steuerfrei.

Eine nicht meldepflichtige Lieferung erfolgt mit gültiger ausländischer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

Kunden-OP, die aus solchen Geschäftsvorgängen resultieren, sind nicht meldepflichtig für die Zusammenfassende Meldung.