Besteuerungsoptionen

Je Steuergebiet werden verschiedene Besteuerungsoptionen benötigt. Anhand der Besteuerungsoptionen wird die Behandlung von bestimmten Geschäftsvorfällen festgelegt. So wird z.B. anhand der Besteuerungsoption "Bemessungsgrundlage Skonto" festgelegt, ob als Bemessungsgrundlage für die Skontoberechnung der Bruttobetrag oder der Nettobetrag herangezogen wird.

Basiswissen:: Stammdaten

Arten von Besteuerungsoptionen

Für bestimmte Geschäftsvorgänge werden Besteuerungsoptionen benötigt. Folgende Besteuerungsoptionen werden unterschieden:

Besteuerungsoptionen

Erläuterungen

Bemessungsgrundlage Skonto

Anhand dieser Besteuerungsoption wird festgelegt, welche Bemessungsgrundlage für die Skontoberechnung herangezogen wird.

Bei der Bemessungsgrundlage "brutto" wird der skontofähige Betrag aus dem Brutto-Gesamtbetrag und dem Skontosatz ermittelt. Bei der Verbuchung von Zahlungen innerhalb der Skontofrist wird der abgezogene Bruttoskontoabzug automatisch gesplittet. Zum einen wird die enthaltene Steuer als Steuerkorrektur auf das zum Steuerschlüssel hinterlegte Steuerkonto gebucht. Zum anderen wird der Nettoskontobetrag auf das zum Steuerschlüssel hinterlegte Skontokonto gebucht.

Bei der Bemessungsgrundlage "netto" wird der skontofähige Betrag aus dem Netto-Gesamtbetrag und dem Skontosatz ermittelt. Bei der Verbuchung von Zahlungen innerhalb der Skontofrist wird der abgezogene Nettoskontobetrag automatisch auf das zum verwendeten Steuerschlüssel hinterlegte Skontokonto gebucht. Eine Steuerkorrektur erfolgt nicht, die ursprüngliche Bemessungsgrundlage bleibt trotz Skontoabzug bestehen.

Steuerfälligkeit Anzahlung

Anhand dieser Besteuerungsoption wird festgelegt, wann bei Anzahlungen die Umsatzsteuer/Vorsteuer fällig ist.

Bei der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten wird die Umsatzsteuer/Vorsteuer erst in dem Voranmeldezeitraum fällig, in dem die Anzahlungsanforderung bezahlt wird.

Bei der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten wird die Umsatzsteuer/Vorsteuer bereits zum Zeitpunkt der Rechnungserstellung fällig.

Bemessungsgrundlage ZM

Anhand dieser Besteuerungsoption wird festgelegt, welche Bemessungsgrundlage für den OP-Betrag in der ZM herangezogen wird.

Bei der Bemessungsgrundlage "OP-Betrag" wird der komplette OP-Betrag ermittelt. Dies ist unabhängig davon, ob ein Skontoabzug erfolgt ist.

Bei der Bemessungsgrundlage "OP-Betrag abzüglich Skonto" wird der OP-Betrag abzüglich des in Abzug gebrachten Skontobetrags ermittelt.

Die Besteuerungsoptionen sind in dem Anwendungsparameter SB_TaxationOptions_ACM hinterlegt.

Besteuerungsoptionen für Steuergebiete anlegen

Hinweis: Bei der Auslieferung von proALPHA sind zu den EU-Staaten bereits die Besteuerungsoptionen vorkonfiguriert. Die Vorkonfiguration kann entsprechend angepasst werden. Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem Berater.

Besteuerungsoptionen erfassen Sie manuell.

Besteuerungsoptionen erfassen Sie je Steuergebiet im separaten Fenster Besteuerungsoptionen. Dabei bestimmen Sie für jede Besteuerungsoption das Beginndatum und wählen im Feld Wert BesteuOption den gewünschten Wert aus.

Basiswissen: Stammdaten manuell erfassen

Besteuerungsoptionen pflegen

Die Daten einer Besteuerungsoption können Sie ändern. Zum Ändern erfassen Sie das Datum "gültig ab" neu und wählen den gewünschten Wert der Besteuerungsoption aus.

Basiswissen: Stammdaten ändern

Besteuerungsoptionen verwenden

Anhand der Besteuerungsoption Bemessungsgrundlage Skonto werden bei Geschäftsvorgängen mit Skontofristen die skontofähigen Beträge ermittelt. Die Ermittlung erfolgt gemäß der konfigurierten Besteuerungsoption. Die Besteuerungsoption wird wie folgt verwendet:

  • Bei der Datenübernahme von Rechnungskontrollbelegen und Vertriebsbelegen, inklusive der Provisionsrechnungen. Der skontofähige Betrag wird im Fenster Gegenbuchungen angezeigt (Feld skontofähig).

  • Beim Buchen von Ausgangsrechnungen und Eingangsrechnungen in der Finanzbuchhaltung, inklusive der nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben. Der skontofähige Betrag wird im Buchungsfenster im Feld skontofähig angezeigt.

  • Beim Durchführen von Stornobuchungen

Anhand der Besteuerungsoption Behandlung Anzahlungsrechnungen wird bei Anzahlungsgeschäften die Fälligkeit der Umsatzsteuer/Vorsteuer korrekt ermittelt. Die Ermittlung erfolgt gemäß der konfigurierten Besteuerungsoption. Die Besteuerungsoption wird in der Finanzbuchhaltung wie folgt verwendet:

  • Bei Erstellung (Buchen) der Anzahlungsrechnungen

    Bei der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten wird im Vordergrund auf das Konto "erhaltene / geleistete Anzahlungen" netto zuzüglich Steuer gebucht. Im Hintergrund entstehen weitere abhängige Buchungen. Die Konten "erhaltene / geleistete Anzahlungen" und "Umsatzsteuer / Vorsteuer" werden entlastet und der Betrag wird brutto auf das Sonderkonto "angeforderte Anzahlungen (Vertrieb / Einkauf)" gebucht.

    Bei der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten wird im Vordergrund auf das Konto "erhaltene / geleistete Anzahlungen" netto zuzüglich Steuer gebucht. Im Hintergrund entstehen weitere abhängige Buchungen. Die Konten "erhaltene / geleistete Anzahlungen" werden entlastet und der Betrag wird netto auf das Sonderkonto "angeforderte Anzahlungen (Vertrieb / Einkauf)" gebucht. Auf das Umsatzsteuerkonto wird der Steuerbetrag im "Haben" gebucht. In der Umsatzsteuerverprobung wird in der Spalte Steu err einzel der Steuerbetrag "0" angezeigt.

  • Bei Zahlung der Anzahlungsrechnungen

    Bei der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten wird im Hintergrund eine abhängige Buchung zur Zahlungsbuchung erzeugt. Das Sonderkonto "angeforderte Anzahlungen (Vertrieb / Einkauf)" wird brutto entlastet und die Gegenbuchung erfolgt auf den Konten "erhaltene / geleistete Anzahlungen" netto und dem Konto " Umsatzsteuer / Vorsteuer".

    Bei der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten wird im Hintergrund eine abhängige Buchung zur Zahlungsbuchung erzeugt. Das Sonderkonto "angeforderte Anzahlungen (Vertrieb / Einkauf)" wird netto entlastet und die Gegenbuchung erfolgt auf den Konten "erhaltene / geleistete Anzahlungen" netto.

    Hinweis: Aufgrund von Buchungen mit und ohne Steuer zum gleichen Konto und Steuerschlüssel können in der Umsatzsteuerverprobung zum Ausweis von Scheindifferenzen führen.

Anhand der Besteuerungsoption Bemessungsgrundlage ZM werden bei der Erzeugung der ZM die Bemessungsgrundlage des OP ermittelt. Die Ermittlung erfolgt gemäß der konfigurierten Besteuerungsoption.

Administration

Objekte

Bedeutung

SB_CashDiscountBase_...

Festlegung für das Steuergebiet, welche Bemessungsgrundlage für die Skontoberechnung verwendet wird

SB_DetermBaseVATInfoExchangeReport_...

Festlegung für das Steuergebiet, welche Bemessungsgrundlage für den OP-Betrag in der ZM verwendet wird

SB_TaxationOptions_...

Arten der Besteuerungsoptionen

SB_TaxDueDatePPmtInvoice_...

Festlegung für das Steuergebiet, welche Steuerfälligkeit bei Anzahlungsrechnungen gilt