Zinsrechnungen

Für Rechnungen, deren Fälligkeitsdatum überschritten ist, die aber noch nicht oder nur teilweise beglichen wurden, können Sie Zinsrechnungen erstellen.

In der Regel werden Sie Ihren Kunden zuerst durch ein- oder mehrmaliges Mahnen auffordern, die fälligen Rechnungen zu begleichen. Wenn diese Mahnungen ohne Erfolg bleiben, können Sie Ihrem Kunden, der von Ihnen als zinsrechnungsrelevant gekennzeichnet wurde, Verzugszinsen berechnen.

Die Verzugszinsen werden errechnet anhand der Verzugstage und des Verzugszinssatzes, der für Ihr Unternehmen üblich ist.

Die Zinsrechnung können Sie unabhängig vom Mahnwesen und zu einem beliebigen Stichtag, z.B. am Monatsende erstellen. Hierzu erzeugen Sie einen Zinsrechnungsbeleg mit allen wichtigen Daten, u.a. den Betrag des offenen Postens und die Höhe der Verzugszinsen. Diesen Zinsrechnungsbeleg können Sie ausgeben und dem Kunden, z.B. per E-Mail übermitteln.

Zinserlöskonto definieren

Daten

Wichtige Daten sind u.a.:

  • Kontenart: GuV-Konto

  • direkt bebuchbar: ja

Verwendung

Zuordnung in den Sammelkonten.

Verarbeitung

Das Zinserlöskonto dient als Gegenkonto zum Personenkonto, wenn die Stapelbuchung zur Zinsrechnung erzeugt und in die Finanzbuchhaltung übernommen wird.

Stammdaten für Zinsrechnungen definieren

Im Fibu-Stamm können Sie globale Verzugszinssätze definieren, die für alle Kunden gelten. In den Kundenstammdaten können Sie kundenspezifische Verzugszinssätze hinterlegen, um Ausnahmen abzubilden, die die globalen Verzugszinssätze übersteuern. Einen Verzugszinssatz erfassen Sie zusammen mit einem Datum "gültig ab". So können Sie Verzugszinssätze, die erst in Zukunft gültig werden, bereits vorab erfassen.

Zudem können Sie im Fibu-Stamm globale Karenztage hinterlegen. Diese werden noch zusätzlich zur Nettofälligkeit beim Ausgleich offener Posten toleriert.

Im Kundenstammdatensatz bestimmen Sie, ob ein Kunde bei der Zinsrechnung berücksichtigt wird (Kontrollkästchen ZinsRe relevant).

Zinsberechnung initialisieren

Bevor Sie die Zinsrechnung zum ersten Mal für einen Kunden erstellen, müssen alle offenen und ausgeglichenen Posten des zinsrechnungsrelevanten Kunden darauf analysiert werden, ob sie für die Zinsrechnung relevant sind. Diese Analyse erfolgt mit der Initialisierung. Bei der Initialisierung werden alle offenen und ausgeglichenen Posten des Kunden berücksichtigt, deren Belegdatum nach dem Datum Zinsberechnung ab liegt. Als zinsrechnungsrelevant werden die offenen Posten gekennzeichnet, die

  • entweder noch nicht oder nur teilweise bezahlt sind oder

  • deren Zahlung nach der Nettofälligkeit inklusive der Karenztage aus dem Fibu-Stamm erfolgt ist.

Offene Posten eines zinsrechnungsrelevanten Kunden, die nach der Initialisierung erstellt werden, erhalten automatisch den Zinsrechnungsstatus "relevant", somit ist keine weitere Initialisierung für diesen Kunden erforderlich.

Hinweis: Bei nachträglicher Änderung des Startdatums der Verzugszinssätze ist eine erneute Initialisierung erforderlich.

Zinsrechnungen mit der Zinsrechnungsvorschlagsliste kontrollieren

Mit der Zinsrechnungsvorschlagsliste können Sie die Daten von Zinsrechnungen ausgeben. Solche Daten sind u.a. Daten der offenen Posten. So können Sie die Daten, wie Sie im Zinsrechnungsbeleg ausgegeben werden, kontrollieren. Dazu ist im Lieferumfang von proALPHA eine Listenansicht enthalten. Diese Listenansicht sowie weitere Listenansichten können Sie in den Listeneditoren gestalten. So können Sie anhand von Listenfeldern bestimmen, welche Daten in der Liste auszugeben sind. Bei der Ausgabe der Liste grenzen Sie die auszugebenden Daten im Druckvorlauf ein. So bestimmen Sie u.a. dass in der Zinsrechnungsvorschlagsliste nur Zinsrechnungsvorschläge bestimmter Konten ausgegeben werden.

Zinsrechnungsbelege

Arten von Zinsrechnungsbelegen

Für Zinsrechnungen gibt es die Belegart "FZI", die für die Erstellung folgender Belege relevant ist:

Belege

Erläuterungen

Hinweise

Zinsrechnung

Der Beleg für Zinsrechnungen enthält alle wichtigen Daten, um dem Kunden seine Verzugszinsen mitteilen zu können.

In den Belegparametern hinterlegen Sie in der Regel das Formular für die Zinsrechnung, da dieses Formular am häufigsten benötigt wird.

Zinsgutschrift

Eine Zinsgutschrift enthält alle wichtigen Daten, um dem Kunden Verzugszinsen gutzuschreiben.

In den Belegparametern wird in der Regel das Formular "Zinsrechnung" hinterlegt. Dieses Formular wird auch bei der Erstellung einer Zinsgutschrift herangezogen, daher müssen Sie vor dem Drucken die Formularnummer in der Zinsgutschrift ändern.

Aufbau und Inhalt von Zinsrechnungsbelegen

Ein Zinsrechnungsbeleg besteht aus:

  • Allgemeinen Daten, zur Identifizierung des Belegs im Fenster Zinsrechnungen, z.B. Personenkonto und offener Betrag.

  • Zinsrechnung Detail (Belegkopf)

    Im Detail eines Zinsrechnungsbelegs können Sie weitere Daten zur Zinsrechnung oder Zinsgutschrift einsehen. So können Sie z.B. die Summe der zum Zinsrechnungsdatum betrachteten offenen Posten einsehen. Zudem können Sie verschiedene Daten pflegen.

  • Mehreren Positionen (Belegpositionen)

    In den Positionen sind die wichtigsten Daten der offenen Posten hinterlegt, zu denen Verzugszinsen fällig sind.

Zinsrechnungen erstellen

Hinweis: Ob Zinsrechnungen grundsätzlich erstellt werden oder erst, wenn der Mindestmahnbetrag aus den Mahnparametern erreicht ist, ist anhand des Anwendungsparameters FO_UseInterestAmtMin konfiguriert. Der Mindestmahnbetrag fungiert beim Erstellen von Zinsrechnungen bei entsprechender Konfiguration als Mindestzinsbetrag.

Zinsrechnungen werden zu einem bestimmten Stichtag, so z.B. zum Monatsende, für die zinsrechnungsrelevanten Kunden erstellt.

Beim Erstellen von Zinsrechnungen wird eine

  • neue Zinsrechnung erstellt, wenn zu dem Kunden keine offene Zinsrechnung vorliegt.

  • vorliegende offene Zinsrechnung aktualisiert, indem weitere Positionen erzeugt werden.

Beim Erstellen oder Aktualisieren einer Zinsrechnung werden folgende offene Posten berücksichtigt:

  • Offene Posten, die in der letzten Zinsrechnung noch nicht berücksichtigt wurden.

  • Offene Posten, die seit der letzten Zinsrechnung mit Verzug bezahlt wurden.

  • Offene Posten, bei denen durch eine Teilzahlung der OP-Betrag, d.h. die Bemessungsgrundlage für die Verzugszinsberechnung, geändert wurde.

    Hinweis: Wenn sich die Bemessungsgrundlage ändert, dann wird beim Aktualisieren einer offenen Zinsrechnung zu der Änderung eine weitere Position angelegt. Die neue Position enthält die neu ermittelten Verzugszinsen von dem Datum, an dem die Teilzahlung geleistet wurde, bis zum Zinsrechnungsdatum.

Beim Erstellen einer Zinsrechnung ist ein offener Posten relevant, wenn sein Nettofälligkeitsdatum inklusive der Karenztage innerhalb des Zinsrechnungsintervalls liegt. Das Zinsrechnungsintervall wird durch folgende Datumsangaben abgegrenzt:

  • Das Datum der zuletzt erstellten Zinsrechnung, in der der offene Posten berücksichtigt wurde.

  • Zinsrechnungsdatum, das bei der Erstellung der aktuellen Zinsrechnung von Ihnen bestimmt wird.

Zu den relevanten Posten werden Verzugstage ermittelt. Die Ermittlung der Verzugstage beginnt ein Tag nach dem Nettofälligkeitsdatum zuzüglich der Karenzzeit. Dieser Zeitpunkt wird als Beginndatum bezeichnet. Die Ermittlung der Verzugtage endet zu verschiedenen Datumsangaben. Dies ist davon abhängig, ob zu einem offenen Posten z.B. eine Teilzahlung oder noch keine Zahlung erfolgt ist.

Zu einem offenen Posten ist ...

Enddatum bei der Ermittlung der Verzugstage

...eine Teilzahlung erfolgt

Datum, an dem die Teilzahlung geleistet wurde.

...die Zahlung mit Verzug erfolgt

Datum, an dem die Zahlung geleistet wurde.

...noch keine Zahlung erfolgt

Zinsrechnungsdatum, das Sie bei der Erstellung der Zinsrechnung eingeben.

Anhand der ermittelten Verzugstage und der Verzugszinssätze werden die Verzugszinsen berechnet. Die Verzugszinsberechnung erfolgt in proALPHA nach dem allgemeingültigen Prinzip der sog. "Englischen Zinsmethode".

Die Berechnung der Verzugszinsen erfolgt je offenen Posten eines Kunden. Dabei wird das Gültigkeitsdatum der Verzugszinssätze berücksichtigt. Das bedeutet, zu einem offenen Posten können in einer Zinsrechnung Verzugszinsen auf Grund unterschiedlicher Verzugszinssätze berechnet werden. Wenn dieser Fall eintrifft, dann wird je Verzugszinssatz eine Position in der Zinsrechnung erzeugt.

Zinsgutschriften erstellen

Wenn Sie feststellen, dass eine aktuelle Zinsrechnung fälschlicherweise an den Kunden übermittelt wurde, können Sie eine Zinsgutschrift erstellen. Eine Zinsgutschrift kann nur für die gesamte Zinsrechnung erstellt werden, Teilgutschriften sind nicht möglich.

Hinweis: Nach dem Erstellen der Zinsgutschrift können Sie erneut eine Zinsrechnung mit den gewünschten Änderungen erstellen.

Hinweise zum Erstellen von Zinsrechnungen und Zinsgutschriften

Thematik

Hinweise

Ábweichende Adresse

In der Regel werden Zinsrechnungen an die Adresse übermittelt, die im Kundenstamm hinterlegt wurde. Wenn zu einem Kunden Rechnungen an abweichende Adressen übermittelt wurden, dann werden auch die Zinsrechnungen an die entsprechenden abweichenden Adressen übermittelt. Daher werden Zinsrechnungen und Zinsgutschriften je Adresse erstellt.

Beginndatum

Wenn das Beginndatum auf ein Wochenende fällt, dann beginnt die Berechnung der Verzugstage am darauffolgenden Montag. Zusätzlich wird noch ein Karenztag gewährt.

Verzugszinssätze in den Mahnparametern

Die Verzugszinssätze in den Mahnparametern werden zur Zinsberechnung nicht berücksichtigt.

Mahnsperre bei offenen Posten zu Zinsrechnungen

Bei offenen Posten zu Zinsrechnungen wird zunächst automatisch eine Mahnsperre gesetzt. Dies hat zur Folge, dass diese offenen Posten nicht angemahnt werden. Somit werden keine Verzugszinsen berechnet. Bei Bedarf können Sie die Mahnsperre manuell deaktivieren.

Zinsrechnungen pflegen

Verschiedene Daten eines Zinsrechnungsbelegs können Sie ändern. So können Sie z.B. die Formularnummer in Zinsgutschriften ändern.

Sie können die zuletzt erstellte Zinsrechnung oder Zinsgutschrift eines Kunden löschen.

Wenn die Geschäftsvorgänge zu einem Zinsrechnungsbeleg abgeschlossen sind, dann können Sie die Zinsrechnung oder die Zinsgutschrift archivieren. In der Regel wird der Zinsrechnungsbeleg automatisch beim Erzeugen der Stapelbuchung archiviert. Sie können den Zinsrechnungsbeleg auch manuell archivieren.

Hinweis: Wenn die Zinsrechnung oder die Zinsgutschrift archiviert wurde, dann werden diese bei den archivierten Belegen angezeigt.

Archivierte Zinsrechnungen löschen

Falls erforderlich, können Sie bereits archivierte Zinsrechnungen löschen.

Voraussetzung: Die dazugehörige Zinsgutschrift wurde erstellt.

Beim Löschen der Zinsrechnung werden bereits verbuchte Stapelbuchungen automatisch durch die Stapelbuchungen der Zinsgutschrift ausgeglichen. Wenn noch nicht übernommene Stapelbuchungen zur Zinsrechnung oder zur Zinsgutschrift existieren, dann löschen Sie die Stapelbuchungen manuell. Noch verbleibende Buchungen, die nicht automatisch gelöscht werden, stornieren Sie manuell. Dies hat zur Folge, dass in der Belegverknüpfung der Stornobuchung die Zinsrechnung nicht angezeigt wird.

Im Anschluss können Sie eine Zinsrechnung wiederholt zum gleichen Datum erstellen.

Zinsrechnungsbelege ausgeben und übermitteln

Thema: Zinsrechnungsbelege ausgeben und übermitteln

Stapelbuchungen zur Zinsrechnung

Stapelbuchungen erzeugen und übernehmen

Zu gedruckten und freigegebenen Zinsrechnungsbelegen erzeugen Sie eine Stapelbuchung, sodass diese in der Datenübernahme in die Finanzbuchhaltung übernommen werden können. Beim Erzeugen einer Stapelbuchung werden die Zinsrechnungsbelege automatisch archiviert.

Hinweis: Wenn eine Stapelbuchung in der Datenübernahme gelöscht wird, dann wird die Archivierung nicht zurückgenommen.

Wenn die Stapelbuchung in die Finanzbuchhaltung übernommen wird, dann entsteht ein offener Posten pro Zinsrechnungsbeleg. In diesem offenen Posten werden alle relevanten Daten erfasst, u.a. das Zahlungsziel.

Hinweis: Das Zahlungsziel für die Zinsrechnung wird nicht aus dem Kundenstamm ermittelt. Da Zinsrechnungen ja schon verspätet bezahlte Rechnungen sind, muss das Zahlungsziel "sofort rein netto" sein. Darum wird das Zahlungsziel aus den Stammdaten der Zahlungsziele ermittelt, bei dem keine Nettofrist und keine Skontofrist hinterlegt ist.